Text_2

Er ist rund 40 Zentimeter groß, hat spitze grüne Ohren und ebenso grüne Augenbrauen, schulterlanges Haar, das ein wenig an Moos erinnert, nackte Füße mit jeweils vier Zehen und trägt ein schmuckes, gestricktes Gewand. Und das Wichtigste: Mit ihm, dem Farbenkobold Picco, gehen Mädchen und Jungen auf Kunst-Stadtführung in Steinau. In der neuen Führung begibt sich der kleine Kerl mit Gästeführerin Sylvia Monhoff-Keweloh – oder ist es umgekehrt? – und den Kindern auf die Suche nach Kunstwerken in Steinau. Dabei wird das Thema Kunst im öffentlichen Raum kindgerecht in den Fokus genommen.
Gästeführerin Sylvia Monhoff-Keweloh hat rund sechs Monate an der Marionette gearbeitet und sagt schmunzelnd: „Plötzlich war er einfach da.“ Von der Idee, über die sie vergangenes Jahr im Frühjahr mit dem damaligen Museumsleiter Burkhard Kling gesprochen habe, bis zur Realisierung sei ein gutes Jahr vergangen.
Sylvia Monhoff-Keweloh malt und ist auch darüber hinaus sehr kreativ. Eine Kunst-Stadtführung anzubieten sei ihr deshalb ein wichtiges Anliegen: „In Steinau kann man eine Kunst-Führung wunderbar umsetzen.“
Dabei liegt der Führung ein umfassender Kunstbegriff zu Grunde: Ob Malkunst – es wird auch einen kurzen Aufenthalt in der Dalí-Ausstellung geben –, Gebäudekunst, Töpferkunst oder Erzählkunst – für die Mädchen und Jungen gibt es viel zu entdecken.
Apropos entdecken: Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die Kinder erhalten zu Beginn der Führung eine Lupe und einem Detektivausweis, auf dem Name, Deckname und Alter vermerkt sind. 75 Minuten, so lange dauert die Führung, sind sie in Steinau als Detektive unterwegs und der Kunst auf der Spur.
Gebäudekunst erleben die Kinder unter anderem am Brüder-Grimm-Haus, bildende Kunst bei der Zwergengruppe im Amtshof und Erzählkunst, wenn sie dem chinesischen Märchen „Der Zauberpinsel“ lauschen.
Übrigens: Kobold Picco trägt einen Rucksack und darin verbergen sich ein kleiner Malkasten, ein Pinsel, ein Bild mit einem Notenschlüssel, denn auch Musik ist Kunst, eine Staffelei, Stricksocken, um die nackten Füße zu wärmen, und sein Freund, eine kleine Maus. Was dem putzigen Gesellen fehlt, ist ein Name. „Bei der Premieren-Führung suchen wir zusammen einen Namen für die Maus“, verspricht die Gästeführerin.
Bürgermeister Zimmermann freut sich über den Kobold in der Stadt und die neue Kunst-Führung, die das Angebot der Stadtführungen bereichern werde.
Internet
steinau.eu