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Es war ein besonderes Ereignis: In der Schlüchterner Stadthalle fand am Freitagnachmittag die Preisverleihung des hessischen Wettbewerbs „Ab in die Mitte“ vor rund 150 Gästen statt. Schlüchtern war nicht nur Gastgeber dieses Events, bei dem Projekte zur Innenstadt-Belebung ausgezeichnet werden, sondern gehört auch zu den insgesamt 17 Preisträgern. Die Verleihung übernahm der neue hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori.

Die Stadthalle zeigte sich von ihrer besten Seite und war festlich geschmückt, das Ambiente ganz besonders, und für die würdige Begleitung sorgte die Hanauer Musikerin Nicole Kopp alias „Wild im Wald“. Tim Frühling, Radiomoderator und Wetter-Experte im ARD, führte kurzweilig durch die gut dreistündige Veranstaltung.

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller begrüßte die Gäste zusammen mit Karin Jasch vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum. Er sagte: „Um die notwendige Transformation zu schaffen, vor der alle Städte stehen, brauchen wir Mut, frische Ideen und eine gewisse Risikobereitschaft.“ Jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ab-in-die-Mitte-Wettbewerb könne genau dies vorweisen. Karin Jasch lobte das große Engagement, das sie seit Jahren in der Bergwinkelstadt wahrnimmt. Sie unterstrich: „In Schlüchtern sind große städtebauliche Entwicklungen angestoßen worden. Ich komme immer wieder gerne hierher und freue mich, wenn ich sehe, dass unsere Fördermittel so gut eingesetzt werden.“

Der Wettbewerb „Ab in die Mitte“ wird bereits seit 22 Jahren vom Land Hessen veranstaltet und hat das Ziel, die Innenstädte und Ortskerne zu stärken und Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen sowie Vereine und private Initiativen zu unterstützen. Der diesjährige Wettberwerb stand unter dem Motto „Lebe Deinen Raum“, insgesamt stehen Fördergelder in Höhe von 210.000 Euro zur Verfügung.

Humorvoll und erfrischend war der Impulsvortrag von Wirtschaftspsychologe und Neugierforscher Dr. Carl Naughton. Er sprach über die notwendige Lust auf Veränderung und zeigte auf, wie wichtig es ist, „Zukunftsmut“ zu haben. „Wer Angst vor einer neuen Antwort hat, wird die Frage gar nicht stellen“, sagte Naughton.

Nach unterhaltsamen Couch-Gesprächen mit Mitgliedern der Jury stand die Veranstaltung dann kurz vor ihrem Höhepunkt: Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori betrat die Bühne und zeigte sich begeistert von der „tollen Kulisse hier“ und bekannte sich direkt zu „Ab in die Mitte“: „Wir brauchen diesen Wettbewerb, um gute Antworten auf die besonderen Herausforderungen zu bekommen, vor denen alle Innenstädte und Ortskerne stehen.“ Der Wettbewerb leiste einen wertvollen Beitrag, denn er sei Innovationstreiber und Ideenschmiede und biete jährlich etliche Best-Practice-Beispiele, an denen sich andere Kommunen orientieren können.

Beworben hatten sich für „Ab in die Mitte“ diesmal 57 Städte, Gemeinden und Initiativen. „Ein neuer Rekord!“, stellte Kaweh Mansoori erfreut fest und betonte: „Ich bin wirklich fasziniert, welche Energien dieser Wettbewerb freisetzt, welches Engagement dabei entsteht und wie viel Herzblut in zahlreiche Projekte gesteckt wird.“

Und dann war es so weit: 17 der 57 Bewerbungen wurden am Freitagnachmittag ausgezeichnet und mit einer Förderprämie bedacht. Es waren Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Bewerber und mit einer Ausnahme auch alle Preisträger vor Ort, um die Glückwünsche und Förderbescheide entgegenzunehmen.

Natürlich durfte da auch der Gastgeber nicht fehlen: Schlüchtern bekam viel Lob und 15.000 Euro für das Projekt „KaDeBe – Kaufhaus des Bergwinkels“: Im ehemaligen VR-Bank-Gebäude in der Obertorstraße soll ein Raum entstehen, der kostenlos für Gastronomie, Gewerbe, Co-Working, Workshops, Kunst und Kultur genutzt werden kann. Ziel ist es, im KaDeBe zahlreiche Events zu veranstalten und damit Menschen in die Innenstadt zu locken. Dazu gehören Gastro-Aktionen wie zum Beispiel ein Wein-Tasting, Unternehmenspräsentationen, Künstlerworkshops, Ausstellungen und mehr. Auch Vereine können sich und ihre Arbeit vorstellen und Sonderaktionen anbieten. Außerdem soll das Repair-Café dort einziehen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Stadt Schlüchtern melden. Kaweh Mansoori sagte: „Ein super Beispiel, wie aus einem leerstehenden Gebäude ein Raum entstehen kann, in dem sich die unterschiedlichsten Menschen treffen und austauschen können.“ Dies werde in einer pluralistischen und multikulturellen Welt immer wichtiger.

Auch einige Kommunen aus der Nachbarschaft durften sich freuen: Zu den Preisträgern gehören neben Schlüchtern unter anderem die Städte Bebra, Fulda und Lauterbach (alle Gewinner siehe Infokasten).

Matthias Möller betonte abschließend: „Wir sind sehr dankbar und stolz, dass wir heute der Gastgeber für diese so wichtige und wertvolle Veranstaltung sein durften. Natürlich freut es uns ganz besonders, dass wir auch zu den Preisträgern gehören. Ich bin überzeugt davon, dass dies noch mal einen ordentlichen Schub für das KaDeBe geben wird.“