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„Faszination Blasmusik“ erlebten die Besucher des Jahreskonzerts des Musikvereins Cäcilia Bad Soden im Spessart Forum. Das Cäcilia-Stammorchester unter Leitung von Jaroslav Zakoucky und das gemeinsame Jugendorchester der Musikvereine Bad Soden und Salmünster mit Dirigentin Carmen Merz boten Musikstücke der unterschiedlichen Genres und begeisterten die Zuhörer im voll besetzten Saal.
Moderator Stefan Zengerle führte durchs Programm und versorgte das Publikum mit Informationen rund um das Konzertgeschehen.
Das Stammorchester begrüßte seine Zuhörer mit der eindrucksvollen Intonation des Titels „Oregon“ von Jacob de Haan. Die Wild-West-Filmmusik erzählt von einer Zugfahrt durch Oregon. Sie beginnt als getragene Weise, doch allmählich nimmt der Zug Fahrt auf, lässt die endlose Prärielandschaft mit ihren Viehherden vorbeiziehen, tuckert gemächlich durch frühe Ansiedlungen und weckt die romantischen Vorstellungen von Goldgräbern, Cowboys und Indianern.
Ein Bild Deutschlands hingegen zeichnet der Komponist Alfred Bösendorfer. Seine „Deutschlandbilder“ umfassen unter anderem die Partien „Pastorale“, an eine weihnachtliche Melodie erinnernd, „Waldesruf“ nach dem Halali der Hörner klingend und beim „Alemannentanz“ flott das Tanzbein schwingend. Dazu waren „Doktor Eisenbarth“ und der sich rüttelnde und schüttelnde „Butzemann“ mit von der Partie bis das Stück in „Gaudeamus igitur“ endete. Nahtlose Übergänge zwischen den unterschiedlichen Melodien sowie die musikalische Überzeichnung deutscher Klischeebilder nahmen das Publikum bewundernd und amüsiert auf.
Nach der Hommage an „Bavaria,“ die Patronin Bayerns, mit einem Trompetensolo von Thorsten Amend, überließ das Stammorchester den Nachwuchsmusikern die Bühne.
Mit der „Overture on a Hymn Tune“ präsentierte das Jugendorchester jedes einzelne Register und zeigte sogleich, dass hier ein geschlossener Klangkörper in musikalischer Aktion war.
Mit „Aladin“ erklangen orientalische Elemente. Arabische Nächte, fliegende Teppiche und eine schöne Prinzessin sind der Stoff, aus dem die wundersamen Märchen des Orients gewoben sind. Eine schöne Gesamtleistung der jungen Musiker und Musikerinnen!
Nach der „Bohemian Rhapsody“ verkündete Moderator Jan Laakmann, Studien hätten gezeigt, dass Orchester in der Lage seien, bei anhaltendem Applaus weitere Stücke zu spielen.
Lachend und applaudierend quittierte das Publikum die humorvolle Moderation und erhielt die gewünschten Zugaben.
Anschließend hieß es Abschied zu nehmen von Dirigentin Carmen Merz. Längst hatte sie ihren Abschied angekündigt. Nun war es soweit. Das Konzert war der letzte Auftritt des Jugendorchesters unter ihrem Dirigat.
Im Namen der Jugendlichen verabschiedeten Maja Trageser, Leonhard Buck und Jan Laakmann die beliebte Dirigentin mit blumigen Worten. „Visionärin der Musik, Ikone, Pionierin, Meisterin ihres Fachs, Architektin der Klänge, die Noten in Emotionen verwandeln lässt“, beschrieb Jan Laakmann die scheidende Orchesterleiterin.
„Es waren schöne zwei Jahre, in denen wir zu einer geschlossenen Gemeinschaft geworden sind“, sagte Carmen Merz gerührt.
Nach der Pause kehrte das Stammorchester mit sechs Musikstücken auf die Bühne zurück, darunter ein Stevie-Wonder-Medley, vom Orchester scheinbar mühelos und behände interpretiert.
Eine fröhliche Reise begann mit „Norway Impressions“ gefolgt von Musik des schwedischen Pop- und Rock-Duos Roxette.
Am Konzertende stand zünftige Blasmusik der Schweizer Volksmusikband Fääschtbänkler und „Eine letzte Runde“ von Markus Nentwich. Natürlich war dieses Stück nicht die „letzte Runde“, denn es folgten etliche Zugaben.
Herzlicher Applaus belohnte die Musikerinnen und Musiker. Sie hatten mit dem gelungenen Konzertabend ihr Publikum begeistert.