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Seit kurzem ist die Tierwelt rund um den Kinzig-Stausee auch mit dem Mobiltelefon erfahrbar. Zwölf Tierarten, deren Lebensraum die Erlebnislandschaft „Ardeas Seenwelt“ ist, können virtuell erfasst werden.
Die virtuelle Suche wird durch eine sogenannte Progressive-Web-App (PWA) ermöglicht, die über das Internet abrufbar ist. Nachdem der Nutzer den QR-Code von einer der Informationstafeln, die rund um den Stausee aufgestellt sind, gescannt hat, kann die Suche losgehen. Es ist nicht nötig, eine App herunterzuladen. Benötigt wird lediglich eine Internetverbindung, der Zugriff auf den Standort sowie die Kamera des Mobiltelefons.
Der Fachbegriff für diese Art der Wahrnehmung ist „Augmented Reality“ (kurz: AR, erweiterte Realität), was die visuelle Darstellung von Informationen bedeutet. Demzufolge werden auf dem Mobiltelefon nicht nur zwölf Tierarten angezeigt, sondern der Nutzer erhält zudem Informationen über das gefundene Tier und dessen Lebensraum. Die virtuellen Tiere, etwa Säugetiere, Amphibien, Insekten und Vögel bleiben nicht an einer Stelle, sondern bewegen sich fort.
Es gilt also, so viele digitale Tiere wie möglich auszumachen, denn als Belohnung winkt am Ende der „Schatzsuche“ eine Urkunde, die natürlich heruntergeladen werden muss.
„Wir haben bewusst ein niederschwelliges, einfach zu bedienendes Angebot entwickelt“, sagte Daniela Gießler von der Agentur mehrWERT futura aus Frankenthal, als sie die Anwendung erläuterte.
Gefördert wurde die PWA durch das Leader-Regionalbudget, also aus europäischen Mitteln, betonte Kurstadt-Bürgermeister Dominik Brasch. Es gelte, touristische Nutzung und den Schutz sensibler Naturbereiche in Einklang zu bringen.
Die Erste Kreisbeigeordnete und Aufsichtsratsvorsitzende der Spessart Tourismus und Marketing GmbH, Susanne Simmler, freute sich über einen „weiteren Baustein“, der den „Lern- und Erlebnispfad“ am Stausee bereichere. Ardeas Seenwelt, das „Leuchtturmprojekt der Region“, ermögliche Kindern und Erwachsenen Lerneffekte rund um den Stausee, der nun zur Freude aller wieder mit Wasser gefüllt ist.
Gerade im Zeichen des Klimawandels sei es wichtig, den Kindern die Natur näherzubringen, befand Steinaus Bürgermeister Christian Zimmermann. Dies sei mit der PWA hervorragend möglich, denn Kinder seien „technik-affin“.
Interessant sei das Angebot für Schulkassen, sagte Bernhard Mosbacher, der Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH in seinen Begrüßungsworten.
Seit Gründonnerstag ist die Gastronomie am Stausee während der Ferien täglich geöffnet. Außerhalb der Ferien sei dienstags allerdings Ruhetag, verkündete Kurdirektor Stefan Ziegler.
Wie Spessart Tourismus einen Tag nach der Vorstellung des neuen Angebotes mitteilte, findet „aufgrund behördlicher Anordnungen diese Saison kein Bootsverleih am Kinzig-Stausee statt“. PK