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Kürzlich feierte Heide Buhmann ihren Abschied von der Kinzig-Schule. Dafür bot der Biergarten der Waldgaststätte am Acis in seiner locker-luftigen Atmosphäre einen wunderbaren Rahmen.
Die zahlreichen eingeladenen Kolleginnen und Kollegen, darunter auch Ehemalige, saßen an 4-er und 6-er Tischen unterm Köstritzer Sonnenschirm und ließen die vergangenen Jahre zusammen mit ihrer Kollegin Revue passieren, diskutierten über Schulentwicklung und zukünftige Herausforderungen.
Ihr ehemalige Chef, der langjährige Schulleiter der beruflichen Schulen Kaspar Krucker, den Buhmann noch heute als „ihren Fels in der Brandung“ bezeichnet, ließ es sich nicht nehmen, das Wort zu ergreifen. In seiner humorvollen Laudatio würdigte er die starke selbstständige Persönlichkeit Buhmann und ihr unermüdliches Engagement. „So ein Juwel kann man doch nicht gehen lassen, auch wenn die Zeiten sehr schwierig waren. Dass sie ein pädagogisches Naturtalent ist, hab ich natürlich gleich erkannt.“ Er habe daraus den Vorteil gezogen, dafür 10 Minuten länger Tennis spielen zu können, „da sie für ihr pädagogisches Geschick eigentlich keinen Schulleiter brauchte“, fügte er schmunzelnd hinzu.
Ein buntes gesellschaftliches Miteinander aller Gruppen und Herkünfte – so die Oberstudienrätin Heide Buhmann in ihrer Ansprache an die Kollegen am Acis – sei das, wofür die Kinzig-Schule stehe.
Die Schüler und jungen Erwachsenen in ihren besonderen Fähigkeiten und Qualifikationen zu fördern und zu unterstützen, da kam der ambitionierten Pädagogin ihre Erfahrungen als Geschäftsführerin eines Buchverlags und eine engagierte Arbeit im Kulturangebot für den Bergwinkel zu Gute.
Was sie in der Schule tat, floss auch in ihre Freizeit ein und umgekehrt. Sie brachte Kunst und Kultur an die Kinzig-Schule, so ihr Schulleiter. „Nicht nur du hast allen Grund zur Wehmut, auch wir werden sehen müssen, wie wir auch zukünftig unsere berufslastigen Angebote mit Kultur und Lokalkolorit ergänzen, erweitern und umfassender gestalten“, so die Worte des Schulleiters Karsten Günder bei der Überreichung der Ruhestands-Urkunde. Es ging Heide Buhmann nicht allein um Deutsch oder Geschichte, vielmehr um die Entwicklung von mündigen umfänglich interessierten und gebildeten Menschen. „Viele deiner Lernleistungen waren mit Literatur, Kunst und Lokalkolorit versehen. Was ist im Bergwinkel passiert. Gibt es noch Zeitzeugen, kann man des Geschehene sichtbar machen. Und wenn wir heute auf die Kernkompetenzen schauen, lagst du damit schon immer richtig.“
Der Weg in die Schule war für Heide Buhmann, gebürtige Niedersächsin, zunächst steinig und holprig. Nach dem Referendariat war erst einmal Schluss – der Staat hatte kein Geld für Neueinstellungen. Ungewissheit und Wartezeit, in der Buhmann jedoch nicht untätig blieb. Schon während ihrer Studienzeit in Marburg hatte sie zusammen mit ihrem späteren Ehemann Hanspeter Haeseler einen sich sehr erfolgreich entwickelnden Buchverlag mit Biografien von Künstlern und Musikern, Romanen und Noten gegründet und sich damit ein solides zweites Standbein aufgebaut.
Neben ihrem ehemaliger Schulleiter Kaspar Krucker dankte Heide Buhmann ihrem Kollegen Klaus Mehlhorn, GEW Ortsgruppe, stellvertretend auch für alle Kollegen an der Schule für ihr Engagement, dass sie schließlich doch nach drei Jahren unsicherer Verträge den Staatsdienst an der Kinzig-Schule antreten konnte. Es sind 30 Jahre geworden – bis zum Schluss hielt sie der Kinzig-Schule die Treue.
Davon träumen viele: Heide Buhmann konnte die Entstehung und den Aufbau der neuen Schulform Berufliches Gymnasium an der Kinzig-Schule mitgestalten. Von der ersten Abiturklasse an unter dem Ideengeber Schulleiter Kaspar Krucker „blicken viele Generationen von Abiturienten auf die gemeinsame Arbeit mit dir zurück“, so umriss Karsten Günder die große Spanne intensiver Zeit seiner Kollegin Heide an der Schule.
Ausdrücklich bedankte diese sich bei ihren Berufsschul-Kolleginnen und Kollegen für die herzliche Aufnahme, gerade im Kreise von Kollegen der klassischen Berufschul-Fächer fühlte sie sich sicher und gut aufgehoben und positiv gestützt. Sie ist guter Dinge, dass die geknüpften Freundschaften Bestand haben werden und drückt die Daumen für den Turnaround, dass die Schule auch künftig im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Präsenzuntericht des Lernens mit allen Sinnen einen guten Weg entwickeln wird.
Ihre Kollegen verabschiedeten Heide mit zahlreichen Geschenken und lieben Wünschen für ihre Zukunft.