Liederkranz-Chöre begeistern mit einem ausgefallenen Konzert

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„Hallo, hallo, ich bin dein Ohrwurm“, stellte sich der Familienchor des Gesangverein Liederkranz seinem Publikum im voll besetzten Spessart Forum vor. Unter dem Motto „Chorwürmer“ brachten die vier Gesangsformationen des Vereins unter der Gesamtleitung von Jörg Schäfer „Ohrwürmer“ von der Renaissance bis zur Gegenwart auf die Bühne.
Vor 111 Jahren hatten sangesfreudige Männer den Gesangverein Liederkranz gegründet, vor 20 Jahren erkannte der Verein die Zeichen der Zeit und rief einen Familienchor ins Leben, der seitdem als starke Sangesformation das kulturelle Leben der Kurstadt bereichert. Besonders stolz sind die „Liederkränzler“ auf zwei neue musikalische Formationen, den Kinderchor und den Jugendchor, die den Verein „in die Zukunft führen“, freute sich Liederkranz-Vorsitzender Armin Leipold in seiner Begrüßungsrede.
Am Konzertabend begeisterten die Sängerinnen und Sänger nicht nur mit gesanglicher Leistung, sondern setzten ihr Publikum mit der Umsetzung unkonventioneller und ausgefallener Ideen in Erstaunen. So bildeten 1 500 Luftballons den Bühnenhintergrund, deren Anstrahlung immer neue Farbeffekte zauberte.
Der Familienchor präsentierte „Pase el aqua“ aus dem 16. Jahrhundert, das rhythmische „Hit the road, Jack“, und „Mah Nà Mah Nà“. Große bunte Lutscher schwenkend, ging es um „Lollipop”, aber auch gefühlvolle Interpretationen wusste der Chor zu interpretieren, etwa „Only you“ und die Sängerinnen im Alleingang „The rose“.
Dass sie weder Angst vor der Bühne noch vor Riesen haben, bewiesen die Jüngsten. „Riesen sind nur halb so groß, sind ja lange Zwerge bloß“, besangen sie Peter Maffays Musical „Tabaluga“. Dazu tanzte die Gruppe „Wild fires“ unter Leitung von Christine Keidel und Sofia Röhrich eine passende Choreographie. Viel Applaus belohnte die Mädchen und Jungen des Kinderchores.
Eine rhythmische Meisterleistung zeigten die jungen Leute des Jugendchores mit dem „Cup Song“ von Anna Kendrick, wobei Becher und Klatschen die Funktion von Rhythmusinstrumenten erfüllen. Zum Song „Privileg“ übernahmen die Jugendlichen die Instrumentalbegleitung mit Klavier, Cajón, Gitarre und Bass überwiegend selbst.
Natürlich kam auch der „Gründerchor“, der Männerchor, unter Leitung von Annette Bötel-Kehl zu Wort. An Tischen einer griechischen Taverna besangen sie Udo Jürgens‘ „griechischen Wein“ zur Saxophonbegleitung von Diana Schmitz, während die Akropolis auf einer Leinwand stand. „Über sieben Brücken musst du geh‘n!“ – und die Leinwand zeigte die kurstädtischen Salzbrücken. Mit Klaus Lages „1 001 Nacht“ verabschiedete sich der Männerchor.
Als Solisten bereicherten mit schönen Stimmen Lida Dinkla (auch Gitarre), Magdalena Roush und Ute Peppel das Konzert.
„Hier ist Berlin!“, schallte es aus dem Off. Die Moderatoren Dr. Tobias Viering und Kurdirektor Stefan Ziegler hatten den Konzertabend humorvoll moderiert und starteten nun den Schnelldurchlauf der ZDF-Hitparade. Es gab ein Wiedersehen mit Heintje, Gitte, Nana Mouskouri, Freddy Quinn und Alexandra, die bekanntlich mit einem Baum befreundet war und natürlich einen solchen dabei hatte. Die Zuschauer amüsierten sich köstlich.
Mit „Gute Nacht Freunde“ verabschiedeten die Akteure ihr Publikum, doch dieses war nicht der Meinung, dass es „Zeit war, zu geh‘n“ und erwirkte noch eine Zugabe.