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Vor rund 190 Jahren hatte der Bäckermeister J. J. Weitzel seiner Heimatstadt Schlüchtern einen Großteil seines Vermögens vermacht mit der Auflage, damit Ackerbau und Viehzucht zu fördern. Er setzte Prämien aus für Vieh und Feldfrucht und hatte gute Ratschläge für alle Bereiche, die das Leben auf dem Lande ausfüllte.
Noch immer pflegt die Bergwinkelmetropole die alte Tradition und zeichnet am Mittwoch vor dem Weitzelfest, das immer am ersten Augustwochenende am Acisbrunnen stattfindet, Kleintierzüchter, Kleingärtner und Landwirte aus.
Bei den Kleintieren erhielt Harald Kress für seine gestreiften Wyandottenhühner den ersten Preis. Rang zwei ging an Gerhard Röder, der Kleinchinchillas züchtet. Den dritten Platz belegte Timon Schwarzer mit den orientalischen Mövchen, einer in Deutschland noch jungen Taubenrasse. Als Preisrichter fungierte Jo Härter.
Bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen wurden Ulrich Klein und Oliver und Hubertus Lübbert ausgezeichnet. Preisrichter Helmut Klein bewertete hier den Mais- und Getreideanbau der beiden letzten noch verbliebenen landwirtschaftlichen Bet riebe der Innenstadt.
Die mustergültigen Kleingärten von Horst Botschner, Kurt Schinker und Roland Wiserner prämierte Juror Bernd Reekers gemäß den Vorgaben des Kleingärtnervereins, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. „Mindestens in einem Drittel der Parzelle muss Obst und Gemüse angebaut werden“, berichtete Reekers.
Bei der Preisverleihung in der Waldgaststätte „Am Acisbrunnen“ wünschte Bürgermeister Matthias Möller den Geehrten weiterhin Schaffenskraft und viel Freude an den Früchten ihrer Arbeit. „Die Preisverleihung läutet unser traditionsreiches Weitzelfest ein, das wir zum Andenken an den Gönner der Stadt auf dem Acis feiern.“ Der Rathauschef bedankte sich bei der Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine, die das Fest organisiert und ein attraktives Programm auf die Beine gestellt habe.