Mehr als 100 Musiker sorgen für fröhlichen und bunten Abend

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Es war ein fröhlicher und bunter Abend mit Musik von Klassik bis Pop: Die von mehr als 100 Teilnehmern aller Altersklassen gestaltete „Night of the Songs“ in der evangelischen Stadtkirche St. Michael sorgte für volle Bänke und einen weiteren Geldsegen für die Innenrenovierung des Gotteshauses.
„Die Musik des heutigen Abends lebt von dieser Kirche, von ihrer Akustik, von ihrer Atmosphäre – ganz egal, ob die Lieder und Texte einmal für diesen Ort ,Kirche‘ komponiert wurden oder eigentlich doch eher für die Aufführung in einer Kneipe, in einem Stadion oder einer Konzerthalle“, stimmte der Planer der Veranstaltung, Dr. Michael Schneider, das zahlreich erschienene Publikum auf das folgende Programm ein. Und das erwies sich als abwechslungsreich und kurzweilig. Die im Juli verstorbene Bezirkskantorin Karin Dannenmaier, die vor einem Jahr die Idee zu dieser „Night of the Songs“ hatte, hätte ihre helle Freude daran gehabt.
Der erste Teil des Abends gehörte dem Nachwuchs, der zunächst gemeinsam alle Besucher mit einem kraftvoll dahingeschmetterten „Hey, hallo, bonjour, guten Tag“ willkommen hieß. Danach gab der Unterstufenchor „Kids of Sound“ des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums unter Leitung von Meike Arzer den lustigen „Fruit Song“ und den flotten Becher-Rap „When I’m gone“ zum Besten. Auch die etwas älteren Huttenschüler, die „Young Voices“, ernteten kräftigen Applaus für ihre Darbietung des Christina-Perri-Songs „Human“ und des wundervollen Filmliedes „Vois sur ton chemin“. Bekannte Leinwandmelodien erklangen etliche im Laufe des Konzerts. So interpretierte die 15-jährige Annika Sauer zwischen den Chorbeiträgen mit viel Gefühl Musik aus „Der Herr der Ringe“, „Die Schöne und das Biest“ und „Die fabelhafte Welt der Amelie“ auf dem Klavier.
„Singen macht gescheit und ist gesund“, ließen die Kirchturmspatzen unter Leitung von Michael Schneider das Publikum freudig-beschwingt wissen und luden anschließend zum „Tanzen, ja tanzen“ ein. Bislang erst zwei Proben in der jetzigen Besetzung hatte der aus dem evangelischen Kinderchor heraus entstandene Jugendchor, doch er machte seine Sache prima und wurde wie die Kleinsten mit tosendem Beifall belohnt für das zweistimmig gesungene „Freedom is coming“ und „Vorbei sind die Tränen“, bei dem das ebenfalls von Schneider dirigierte Vokalensemble unterstützte. Dies sorgte anschließend mit den betörenden mehrstimmigen Werken „Days of Beauty“ und „The Ground“ des Norwegers Ola Gjeilo für Gänsehautmomente.
Eigentlich ist es ein Unding, dass die von Pfarrer Roland Pfeiffer gegründete Jugendband „No Notes“ nicht öfters in der Kirche zu hören ist – aber das dürfte sich nach diesem Abend vielleicht ändern, denn die fünf jungen Leute begeisterten auf ganzer Linie, unter anderem mit Ed Sheerans „I see fire“ oder dem folkigen „Riptide“. Nach der Pause wurde es wieder „klassischer“ mit Mozarts Andante C-Dur KV 315, vorgetragen von Rosemarie Rumrich (Querflöte) und Hartmut Darmstadt (Klavier). Die Kantorei leitete mit „All things bright and beautiful“ von John Rutter und „All praise to thee“ von Thomas Tallis zur englischen Kirchenmusik über. In Anlehnung an das berühmte Vorbild, die „Last Night of the Proms“, erschall auch Hubert Parrys Hymne „Jerusalem“, allerdings mit deutschem Text unter dem Titel „Du bist mein Licht“. Zurück zum zeitgenössischen Pop und Rock führte das Vokalensemble mit „One of us“ und „Tears in Heaven“ sowie die noch namenlose, aber nichtsdestotrotz famose Band der Tonika-Musikschule mit „Wonderland“, „Teenage Dream“ oder „Nur ein Wort“.
Eindrucksvoll gelang Michael Schneiders Orgelausflug zu den „Pirates of the Carribean“, bevor der das Konzert ganz besinnlich mit „Der Mond ist aufgegangen“ und dem „Abendlied“ von Josef Rheinberger, intoniert von Vokalensemble und Kantorei, ausklang. Neben der Musik steuerten die Akteure auch Fingerfood und Snacks bei, die in der Pause reißenden Absatz fanden. So kamen am Ende 1 700 Euro zusammen für die Innenrenovierung des Gotteshauses, die durch den Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche auf 3 400 Euro verdoppelt werden. Auch einige der letzten pinkfarbenen Sparschweinchen der „Sei ein Segen!“-Aktion fanden neue Besitzer. Pfarrer Wilfried A. Battefeld sprach sicherlich vielen aus dem Herzen: „Ich hoffe, dass das nicht die „Last Night of the Songs“ war.