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Die evangelische Kantorei St. Michael bereitet sich derzeit auf zwei große Konzerte vor: Am 2. und 3. Dezember lässt sie gemeinsam mit dem Dekanatschor Schmalkalden das bekannte Mendelssohn-Oratorium „Paulus“ erklingen. Der Kartenvorverkauf für die Schlüchterner Aufführung startet am Montag, 30. Oktober.
Die Vorbereitungen sind längst in vollem Gange, wie Bezirkskantorin Dorothea Harris erläutert: „Neben den wöchentlichen Chorproben und Probenwochenenden werden Orchester-Probenpläne abgesprochen, das Dirigieren geübt, Übernachtungsplätze für die Musiker organisiert, das Programmheft gestaltet, Werbung konzipiert und gedruckt.“ Es ist die erste Zusammenarbeit der Kantorei St. Michael mit dem Dekanatschor Schmalkalden und dessen Leiter, Bezirkskantor Andreas Conrad. „Es war immer mein großer Wunsch, im Jahr der Wiedereinweihung der Stadtkirche dieses Werk erklingen zu lassen. Denn das zentrale Thema – die Gründung der christlichen Kirche, so wie wir diese heute kennen – könnte nicht besser passen. Und nachdem beide Chöre sich für eine Kooperation ausgesprochen und diese unterstützt haben, freuen wir uns nun darauf, mit etwa 80 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne zu stehen“, sagt Harris und fügt an: „Seit der Wiedereinweihung der Stadtkirche ist es eine absolute Freude, in diesem Raum zu singen, vor allem wegen der völlig unerwarteten, neuen Akustik.“
Im Juni trafen sich die beiden Chöre zum ersten Mal, lernten sich kennen, probten gemeinsam mehrere Stunden lang den ersten Teil des Oratoriums. Mitte November fährt die Kantorei St. Michael dann noch einmal zu einem Probentag nach Schmalkalden, um dort mit dem Dekanatschor dem gemeinsamen „Paulus“ den letzten Feinschliff zu geben. Am Samstag, 2. Dezember, ist es schließlich so weit: Dann wird das monumentale Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), einem der bedeutendsten Musiker der Romantik, in der frisch renovierten evangelischen Stadtkirche in Schlüchtern zur Aufführung gebracht. Einen Tag später, am Sonntag, 3. Dezember, um 17 Uhr ist er noch einmal zu hören: in der spätgotischen Hallenkirche St. Georg in Schmalkalden. Begleitet und unterstützt werden die beiden Chöre von der Kammerphilharmonie Mannheim und einem hochkarätigen Solisten-Ensemble: Carine Tinney (Sopran), Marianne Schechtel (Alt), Dustin Drosdziok (Tenor) und Matthias Horn (Bass).
Mendelssohns erstes großes Oratorium feierte seine Uraufführung 1836 und zählt bis heute zu den populärsten Werken des Komponisten. Es berichtet vom Leben und Wirken des Apostels Paulus und schildert im ersten Teil seinen Werdegang vom Saulus zum Paulus, seine Verfolgung der Christen und den Märtyrertod des Stephanus durch Steinigung sowie das Damaskuserlebnis der Erscheinung Christi. Der zweite Teil befasst sich mit seiner gefahrvollen Arbeit als Missionar. „,Paulus‘ ist ein mächtiges Werk – mit einer Länge von über zwei Stunden und einer verhältnismäßigen kurzen Probenzeit mit Orchester und allen Sängerinnen und Sängern gemeinsam. Anstatt das Stück aufzuteilen, werden Andreas Conrad und ich jeweils ein komplettes Konzert in Schlüchtern und Schmalkalden dirigieren. Und die Aufgabe, dieses Stück mit den über 40 Solo- und Chorsätzen zu verinnerlichen, ist sehr groß“, weiß Harris und ergänzt: „Im Vergleich zu vielen anderen Oratorien ist die Aufgabe für den Chor ebenfalls sehr anspruchsvoll, denn die Sängerinnen und Sänger sind mit mehr als 20 Sätzen beteiligt und fast ständig im Einsatz. Dazu sind nicht alle Stücke leicht – sowohl noten- als auch gesangstechnisch, sodass zwei Aufführungen hintereinander ein großer Kraftakt sein werden.“
Trotz der besonderen Herausforderungen laufen die Proben nach Plan, die Bezirkskantorin ist sehr zufrieden mit den Leistungen ihres Chores. Und so steigt nun bei allen Beteiligten die Vorfreude auf das erste Dezemberwochenende. „Das Publikum darf sich nicht nur auf meisterhafte Musik, sondern auch eine spannende und dramatische Geschichte freuen“, kündigt Harris an. „Abgerundet wird das Ganze von Solisten und Orchestermusikern auf höchstem Niveau.“