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Beim traditionellen Vorstellungsabend in der Steinauer Markthalle haben die Katharinenmarktmeister die Journalistin Sabine Broj mit stehenden Ovationen in ihrem Kreis willkommen geheißen.
Als ein „waschechtes Steinauer Mädchen“ hatte Obermeisterin Iris Schwab die 56-jährige Politologin und Redaktionsleiterin des Bergwinkel Wochen-Boten angekündigt. „Ich freue mich, als neue Katharinenmarktmeisterin den Berufsstand der Journalisten zu vertreten. Für mich einer der schönsten und abwechslungsreichsten Berufe mit zahllosen Möglichkeiten, immer wieder Neues zu lernen, interessante und engagierte Menschen kennenzulernen und sich in viele Themen einzuarbeiten“, umschrieb Sabine Broj ihr Berufsumfeld – kurz und prägnant, wie es sich für eine erfahrene Journalistin gehört. Schon zu Schulzeiten habe sie sich für ein Studium der Politikwissenschaft entschieden, mit dem Ziel als Journalistin zu arbeiten. „Ich bin dankbar dafür, dass mir beides gelungen ist. Auch nach 30 Berufsjahren bin ich immer noch neugierig auf Geschichten, auf Menschen und das kulturelle Leben im Bergwinkel. Sie freue sich, den Katharinenmarkt in diesem Jahr aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben. „Dass ich seit heute zum Kreis der Marktmeisterinnen und -meister gehören darf, ist mir eine Ehre.“
Zurück zu Iris Schwab, von Erzieherin und Marktmeisterkollegin Moni Knorr liebevoll „First Lady“ genannt. In der 48-jährigen Geschichte der Katharinenmarktmeister ist die Küsterin die erste Frau an der Spitze. „Ich freue mich sehr, dass ihr mir dieses Amt übertragen habt, es mir zutraut, obwohl ich ja erst seit kurzer Zeit in eurem Kreis bin.“ Puuuh habe sie im ersten Moment gedacht – was für eine Aufgabe . Und das für eine Küsterin. Im zweiten Moment sei ihr gekommen – was für eine große Ehre. „Dann überkam mich allerdings Panik. Denn ich wusste, in was für Fußstapfen ich hier trete, die ich hoffentlich mit meiner Schuhgröße von 36 ausfüllen kann.“ Das war ihr auch gelungen. Souverän führte sie durch einen kurzweiligen Vorstellungsabend und verabschiedete den amtierenden Marktmeister Sebastian Buch, der sich viel in Steinau eingebracht habe.
Für die Ehrungen war natürlich „Poetin“ Moni Knorr zuständig. Mit einem eigenen Gedicht zeichnete sie Kurt Heilmann aus. Hier ein kleiner Auszug: „Zum 40-jährigen Marktmeister-Jubiläum wird heute ein Mann geehrt, der dem Bauingenieurwesen angehört… Lieber Kurt, für lange Jahre Handwerksmeistertum, gebührt dir große Ehre und Ruhm.“
Mit einer lustigen Anekdote von „seinem Markt“ bedankte sich der 77-Jährige für die Ehrung. Er habe im Bürgermeisterzimmer auf seinen Auftritt gewartet. Einige Stadtverordnete hätten ihm den ein oder anderen Schnaps zur Beruhigung gereicht. „Als mich der Erste Stadtrat Wilhelm Kaul geholt hat und sagte Bürgermeister Désor sei längst mit seiner Rede fertig, hatte ich keine Zeit mehr, mich aufzuregen.“
Auch für Silberjubilar Wolfgang Matthäus, Schriftsetzermeister, hatte Moni Knorr ein passendes Gedicht parat. „Sein Können lässt aus Buchstaben Worte entstehen, die wir gedruckt in Büchern und Zeitschriften sehen… Des Setzers Kunst bestand darin, die Schrift zu setzen, zum Zweck und Sinn.“
Ein Name ist im Bericht noch nicht gefallen. Nennen wir ihn einfach „die graue Eminenz“ der Katharinenmarktgilde, Koni Merz. Als Obermeister hatte er den Markt ideenreich und weitsichtig durch die Coronapandemie gebracht. Der Fotograf bereicherte die Feier mit Katharinenmarkt-Impressionen aus vergangenen Zeiten und kündigte den Kollegen in nächster Zeit seinen Besuch an. Zum 50-jährigen Jubiläum in zwei Jahren will er einen Film über die Katharinenmarktmeister drehen. Übrigens am „Kathreimoartsfreidoach“ feiert Koni Merz seinen 70. Geburtstag. Das hatte Moni Knorr verraten.
Bürgermeister Christian Zimmermann war froh, dass es gelungen sei, die Tradition aufleben zu lassen und vier Tage Katharinenmarkt zu stemmen. Es werde wieder eine Residenzmahlzeit geben und auf dem Kumpen sei ein Mittelaltermarkt integriert.
Fast nebenbei erwähnte er, dass der Erste Stadtrat Dietmar Broj die Museumsleitung für den viel zu früh verstorbenen Burkhard Kling übernommen habe. Broj kann Kultur. Das hat er als Leiter der Internationalen Musiktage lange Zeit bewiesen, bis die Rotstiftpolitik der neben den Ramholzer Musiktagen bedeutendsten Kulturveranstaltung im oberen Kinzigtal jäh ein Ende bereitet hatte. CS