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Gerd Neumann und Karl Friedrich Rudolf, die Initiatoren des Klimapaktes für Schlüchtern, haben im Büro „Aktive Kerne“ die anonymisiert dargestellten individuellen Ergebnisse der CO2-Fußabdrücke der 16 teilnehmenden Unternehmen und Institutionen präsentiert.
„Interessant dabei ist, dass 69,7 Prozent der gemeldeten CO2 Emissionen aus dem Jahre 2018 auf den Verbrauch von Normalstrom zurückzuführen sind“, berichtete Rudolf. Auch die Fußabdrücke der jeweiligen Energieträger wie Normalstrom, Grünstrom, Benzin, Diesel, Heizöl, Gas und Holz hätten zum Erstaunen der Anwesenden große Unterschiede gezeigt.
„Wir alle sind uns einig, ‚Greenwashing‘ zu vermeiden“, sagte Karl Friedrich Rudolf. Davon sei dann die Rede, wenn sich Unternehmen einen ökologischen Anstrich verpassten, in Wahrheit aber nichts oder nur wenig veränderten. Die Teilnehmer des Klimapakts für Schlüchtern erklärten sich bereit, gemeinsame Maßnahmen zur Energieeinsparung und CO2-Vermeidung ergreifen. So bietet der Einkauf von Grünstrom, der nur wenige Prozent teurer als Normalstrom ist, ein erhebliches Potential.
In einem Impulsreferat informierte Roland Kolb über die aktuellen Möglichkeiten der Photovoltaik mit Speicherung zeigte auf, wie CO2 Reduktion mit einem betriebswirtschaftlich guten Ergebnis erzielt werden kann. Thomas Müller, Umweltbeauftragter der Stadt Schlüchtern, berichtete von der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik und die dadurch erzielten Einsparungen.
Einig waren sich alle Teilnehmer über die Fortführung des Klimapakts. „Jedes Mitglied des Vereins für Wirtschaft und Tourismus (Wito) ist nach wie vor als Teilnehmer willkommen und sollte im eigenen Interesse teilnehmen – die Eintrittsbarriere ist sehr niedrig und die zu liefernden Daten einfach zu ermitteln“, sagten die Initiatoren.
Rudolf empfahl allen Teilnehmern, sich im Internet unter „elictricitymap.org“ über den Ursprung der Elekrizitat und spezifische CO2-Emissionen der letzten 24 Stunden europaweit zu informieren. Das Projekt habe die täglichen Daten in eine interaktive Karte Europas integriert, um zu zeigen, wie Strom auf dem Kontinent verteilt sei, welche Energiequellen verwendet würden und wie viel Kohlenstoff für seine Erzeugung anfalle.
Seit September 2019 gibt es den Klimapakt für Schlüchtern unter dem Dach des Wito. Hier tun sich Schlüchterner Betriebe, Geschäfte und Behörden zusammen mit dem Ziel, den individuellen CO2-Ausstoß zu senken und langfristig sogar CO2-neutral zu werden. Hierzu werden in einem Fragebogen wichtige Eckdaten des Energieverbrauchs eines Betriebes abgefragt und daraus der CO2-Ausstoß berechnet. In den folgenden Jahren wird dann versucht, den CO2-Ausstoß zu senken mit dem Ziel, langfristig klimaneutral zu werden.
Für das nächste im März 2020 stattfindende Treffen lädt Dirk Richter vom Schlichting Automobile ein, um dann vor Ort die allerneueste elektromobile Autotechnik zu präsentieren. Ein Kurzvortrag von Philip Hofmann von Rhön Energie Fulda zum Thema Energiesparen durch Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik wird den Abend abrunden und den Klimapakt für Schlüchtern weiter voranbringen.