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In einer Feierstunde im Spessart Forum haben der Vdk-Ortsverband Bad Soden, die Sodener Vereine und die Stadt Bad Soden-Salmünster gestern Vormittag dem Volkstrauertag den Stellenwert zurückgegeben, der ihm gebührt.
„Das Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege, an die Opfer von Vertreibung, Menschenhass und Terror muss von jeder Generation fruchtbar gemacht werden, für das Heute, für die Zukunft, für eine friedvolle Welt. Wir müssen einstehen für Recht, Freiheit und Demokratie“, betonte VdK-Vorsitzender Winfried Kirchner. Der Friede werde mit Füßen getreten. „Wir schauen weg statt zu handeln. Flüchtlingen eine Zukunft zu geben, heißt, den Opfern von Terror, Krieg und Gewalt gerecht zu werden und aufzustehen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“, hob Winfried Kirchner hervor. Der Volkstrauertag sei ein Tag, an dem die Menschen trauerten, gedenken und ehren. „Wir stehen auf gegen den Wahnsinn und nicht, wenn es zu spät ist, sondern jetzt – ständig“, hob der VdK-Vorsitzende hervor.
Sänger, Musiker, Schützen und Brandschützer hätten in einer Zeit kriegslüsterner Reden dem Gedenktag Würde und Bedeutung verliehen und für Frieden und Gerechtigkeit geworben, lobte Bürgermeister Lothar Büttner. „Menschen sterben im Kampf, aber auch als unbeteiligte Dritte. Kinder werden zu Soldaten gemacht, Menschen versklavt, geschändet und der Seele beraubt. Das Grauen hat eine neue Dimension angenommen“, so der Rathauschef. „Vergesst nicht die Opfer, tretet für die Menschen ein.“ Büttner forderte eine verantwortungsvolle und diplomatische Politik ein, die zu Frieden in der Welt beitrage.
Schüler der 10. Klasse der Henry-Harnischfeger-Schule in Salmünster machten sich in einem fiktiven Spiel Gedanken über den Volkstrauertag und spannten unterschiedlichste Gesprächsfäden. „Trauern ändert die Vergangenheit nicht, aber rettet die Zukunft“, hieß es in einem Beitrag. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Ich kann mir aber nicht vorstellen, wie schlimm Krieg ist“, sagte eine Schülerin. „Menschen haben Angehörige verloren und trauern. Der Gedenktag reißt alte Wunden auf“, so eine andere Meinung. „Das ist eine Mahnung, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Die Auswirkungen der Kriege spürt man auch hier“, betonte ein Mitschüler, der nach Deutschland gekommen sei, weil in seinem Heimatland Krieg herrsche.
Gemeinsam sangen die Zehntklässler den Song „Sound of Silence“, mit dem Simon and Garfunkel eine Gesellschaft anprangerten, die einander nicht mehr zuhört.
Der Musikverein Cäcilia stimmte „Hallelujah“ und „Ich hat‘ einen Kameraden“ an. Der Männergesangverein Frohsinn sang „Sail away with Jesus“ und der Liederkranz „Sag mir, wo die Blumen sind“. Mit Fürbitten von Pfarrerin Annette Reidt, einer symbolischen Kranzniederlegung und dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne ging die Feierstunde würdevoll zu Ende.