Seit 50 Jahren heißt die Kurstadt Bad Soden-Salmünster

Text_2

Ein großartiges Fest von Bürgern für Bürger und Besucher gelang den Akteuren im Kurpark. Seit 50 Jahren heißt die Kurstadt an Salz und Kinzig Bad Soden-Salmünster. Natürlich war dieser Geburtstag ein Fest der Gesamtstadt, an dem sich alle Stadtteile mit ideenreichen Aktionen beteiligten.
Neben den Namensgebern der Stadt, Bad Soden und Salmünster, waren alle Stadtteile Ahl, Alsberg und Romsthal, das mit Eckardroth und Wahlert den Huttengrund bildet, Katholisch Willenroth und Mernes, im Jossatal und am Spessart gelegen, bei der Festgestaltung mit von der Partie. Örtliche Vereine sorgten für Speis und Trank, boten Unterhaltung für große und kleine Gäste, präsentierten ihre Stadtteile mittels Bild- oder Filmmaterialien und beeindruckten mit Musikgruppen, Chören, Tanzformationen und humoristischen Redebeiträgen.
Am frühen Morgen läuteten die Glocken aller Kirchen der Stadt das Festgeschehen ein.
Zwar hätten ehemals äußere Zwänge zur Vereinigung geführt, doch heute sei Bad Soden-Salmünster zur Gesamtstadt zusammengewachsen, sagte Bürgermeister Dominik Brasch in seiner Begrüßungsansprache. „Wir feiern unsere Identitäten, die Vielfalt der Stadtteile.“ Dabei gelte es, die örtlichen Prägungen zu bewahren. „Wir wissen oft nicht, in welch schöner Stadt wir leben!“, rief er den Anwesenden gut gelaunt zu. Auch Stadtverordnetenvorsteher Erwin Faulstich und Kurdirektor Stefan Ziegler wandten sich mit Grußworten an die Besucher.
Im Zentrum des Vormittags stand die Modenschau der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd). Was trug die Frau vor 50 Jahren? Es gab ein vergnügliches Wiedersehen mit den außerordentlich vielseitigen, teils gegenläufigen Modetrends der 1970er Jahre.
Das kfd-Organisations-Team um Melanie Grauel, Steffi Honikel und Sonja Noll, sowie 50 Models hatten es geschafft, diese Vielfalt zwischen Kittelschürze und Flower-Power-Look auf die Bühne zu bringen. Noch in den 70er Jahren konnten Frauen nur dann einen Beruf ausüben, wenn ihre Männer nichts dagegen hatten, erinnerte Moderatorin Melanie Grauel. „Heute bleiben die Männer daheim!“, fügte sie augenzwinkernd hinzu. Models in Kleidern für Freizeit, Partys Bälle flanierten über den Laufsteg, auch Brautmode und Schlafgewänder fehlten unter den insgesamt 74 Outfits nicht.
Melanie Grauel dankte allen Unterstützern, insbesondere Eva Neumann, die aus dem Fundus der historischen Kostümgruppe viele Kleider zur Verfügung gestellt hatte.
In einer Podiumsdiskussion, moderiert von Stefan Ziegler, beleuchteten die Magistratsmitglieder Godehard Goralewski und Hartwin Noll, Rechtsanwalt Günther Fleckenstein und der ehemalige Bürgermeister Lothar Büttner die Schwierigkeiten beim Zusammenschluss zur Gesamtstadt.
Grundsätzlich sahen die Diskutanten den Zusammenschluss als Erfolgsgeschichte, mit funktionierender Infrastruktur in allen Stadtteilen. Natürlich habe es damals auch kritische Stimmen gegeben, heute sei die Gesamtstadt Normalität.
Für die nächsten Jahre wünschten die „Veteranen“ ein solides finanzielles Fundament, Politiker, die mit Augenmaß sachliche Politik betreiben, eine gute Zusammenarbeit zwischen den Parteien und ehrenamtlich tätige Bürger.
Die Wortakrobaten „Ansmaskaas“ nahmen die Stadtpolitik humoristisch aufs Korn. In Reimform glossierte Rolf Müller aus Alsberg das Procedere der Vereinigung sowie das Stadtgeschehen der vergangenen 50 Jahre.
Eine bemerkenswerte Premiere war das gemeinsame Lied der Grundschulkinder aller Stadtteile. Unter Leitung von Silke Knoll und Steffi Honikel sangen die Kinder eine Hommage an Bad Soden-Salmünster.
Der Freundeskreis St. Laurentius widmet sich der Bad Sodener Kirche und lud zu einer Stadt- und Kirchenführung mit Monika Ruppel ein.
Die Gewinnung des „weißen Goldes“ zeigte die Salzsiedergruppe des Bad Sodener Schützenvereins mit der riesigen Sudpfanne. Natürlich war auch Salzprinzessin Tamara Klug, die Repräsentantin der Bad Sodener Quellen, präsent.
Eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen aus Katholisch Willenroth, Informationen und Präsentationen von Gerätschaften rund um den Angelsport, die Geschichte der Bienenfrauen und weiterer „starker Frauen“ aus Salmünster, ein Golfparcours und die Feuerwehren mit Rettungsboot und Kübelspritze für Kinder waren nur einige der vielen Attraktionen.
Viel Unterhaltung gab es für die Kinder aller Altersgruppen. Das Areal vor dem Kurpark hatte „das Kunterbunte Kinderzelt“ in eine große Spielwiese verwandelt. Bei Basteln, Sport und Spiel, sowie einer Rallye konnten sich die Kinder an etlichen Ständen im Kurpark vergnügen.
Auf der Außenbühne gab es ein musikalisches Non-Stop-Programm. Als zauberhafte Hexen stürmte die Tanzgruppe der SG Huttengrund „Jamnots“ die Bühne, gefolgt den „Wild fires“, der Tanzgruppe des TV Soden-Stolzenberg.
Der Musikverein „Cäcilia“ Bad Soden, der Musikverein Salmünster und Edelweiß Mernes spielten auf, das Vocalensemble Quintessenz, der Kern’sche gemischte Chor Salmünster, die New Voices aus dem Huttengrund, der Gesangverein Liederkranz und der Offene Singkreis Bad Soden-Salmünster unterhielten die Gäste mit ausgewählten Stücken. Mit den Sängerinnen Susanne Weyel und Lara Eckert klang das Jubiläumsfest aus.