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„Super wird die Sitzung!“, riefen die Grundschulkinder fröhlich zur Eröffnung der Benefiz-Fastnachtssitzung zugunsten ihrer Schule in Kerbersdorf. Und sie sollten recht behalten!
Nach der erfolgreichen Veranstaltung im Vorjahr, hatte der Ortsbeirat erneut zur Fastnachtssitzung eingeladen. Derweil sangen und schunkelten die närrischen Besucher im vollbesetzten Saal der Gaststätte „Alter Huth“ zur Musik der „Fischbörner Bube“ dem mehrstündigen Unterhaltungsprogramm entgegen.
Neben heimischen Akteuren hatte das Organisationsteam mit Moderator und Musiker Thomas Nienstedt, Anja Ruppel-Meinhardt, Kathrin Kappes und Ina Balter auch Faschingskünstler aus der Region nach Kerbersdorf eingeladen, so dass ein vielseitiges, kunterbuntes Programm mit Showtänzen, Sketchen, Büttenreden und allerlei Narretei beste Unterhaltung bot.
Viel Kondition, Konzentration und Tanzvergnügen bewiesen die „Dance Kids“ bei ihrem Tanz. Seit Wochen hatten die Grundschulkinder unter Leitung von Natalie Hagenbach für ihren Auftritt geübt. Aber auch die Kerbersdorfer „Dance Muddies“ (Kerstin Singh, Anna Rzepka, Natalie Hagenbach, Ina Balter, Julia Held, Steffi Hagenbach-Hofmann, Kathrin Kappes) begeisterten mit ihrem Tanz in zarten Tüll-Röcken und aparten Gummistiefelchen.
Hatten die beiden Samba-Tänzerinnen Andrea Jöckel und Rosangela Wilhelm als „Las Bonitas“ bereits im letzten Jahr einen Hauch brasilianischen Karnevals nach Kerbersdorf gebracht, so brachten sie jetzt mit ihren beiden „Samba-Schülerinnen“ Kathleen Hergenröder und Anja Ruppel-Meinhardt eine großartige südamerikanische rhythmische Formation auf die Bühne.
Natürlich interessiert sich das Publikum brennend für intime Nachrichten im Dorf. Hierzu waren die beiden „Tratsch-Weiber“ Elsbeth (Petra Dietz) und Lisbeth (Christian Dietz) genau die richtigen Informanten. Bei etlichen Schnäpschen kam die Reizwäsche der Nachbarin ebenso zur Sprache, wie Scheidungsgerüchte, Diätversuche und das vom Nachbarn favorisierte Klopapier.
In dieselbe Kerbe hieb Büttenrednerin Sandra Bergmann als „Dolle aus Kerbersdorf“. Begleitet von Trinksprüchen plauderte sie munter drauf los. „Beamte sind total nett, die tun ja nix“, wusste sie.
Mitleid erregte die „Heul-Suse“ Bernd Kailing aus Bad Orb. Derzeit absolvierte der Ärmste einen Reha-Aufenthalt, für den er sich „durch eine Hüft-OP qualifiziert hatte“. Als sportliche Betätigung reiche bereits ein Kopfschütteln, „wenn das Essen kommt“, lernte er von den Therapeuten.
Die Nöte eines werdenden Vaters schilderte eindringlich Sascha Bauer aus Hailer. Eine groteske Situation in einem Hotelzimmer mimten „Die Süßgespritzte“ des WCV Wächtersbach, wobei Caipirinha eine größere Rolle spielte als süßgespritzter Apfelwein. Als wahrer Spießbürger präsentierte sich der „Hausmeister“ (Armin Hummel). Das internationale kulinarische Angebot der Metropole Frankfurt missachtend, bestand er während einer Einkaufstour engstirnig auf den Verzehr eines „Leberkäsbrötchens“.
Die Tanzgruppen Marilyn Mikro und Nikita Nano (Weiberfastnachtsgruppe aus Bieber), die Tanzgarde des WCV Wächtersbach, „Fanta 8“ aus Radmühl, die „Schicky Mickeys“ aus Bad Orb und das konditionsstarke Männerballett „Schnoat Schnucke“ aus Wallroth setzten mit ihren Showtänzen jeweils eigene Akzente.
Als Gaststar war der Verwandlungskünstler Stefan Dietrich aus Fulda nach Kerbersdorf gekommen. Mit schnellem Wechsel seiner Papp- und Klappkostüme verwandelte er sich in Show-Größen, wie Elvis, Heino oder Karel Gott.
Dank galt zum Abschluss allen Mitwirkenden und Helfern, besonders eindrucksvoll bedankten sich die Kerbersdorfer bei Hausherrin Marlene Ruppel.