Schwade beweist kreativen Wagemut

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Jetzt oder nie: Nach 35 Jahren hat es Bandleader Franz-Josef Schwade beim Konzert der Caravan Big Band „Jazz oder nie“ in der Spessart Therme in Bad Soden erstmals gewagt, „Trumpet Blues & Cantabile“ aufs Trapez zu bringen.
Das Stück erfordert vom Trompetenregister Dynamik und Rhythmik mit kurzen Einwürfen. Und die Band und die vier Trompeter Sebastian Schwade, Maurizio Bueti, Julius Rüttger und Daniel Betz brannten ein musikalisches Feuerwerk auf höchstem Niveau ab, unterbrochen von einem anspruchsvollen Trompetensolo von Sebastian Schwade.
„Ich hab‘s gewagt mit Sinnen und trag des noch kein Reu“, hatte einst Ulrich von Hutten gereimt. In diesem Sinne intonierte der Bundessieger 2004 noch einmal das kraftvoll swingende und groovende damalige Pflichtstück „Freckle Face“ mit den glänzenden Solisten Tobias Engel und Annalena Schwade.

Und mit dem scheinbar unspielbaren „Make my day“ nahm der Klangkörper die nächste Herausforderung überzeugend an.
Dann tönten entspannte Jazzklänge. Seine ganze Klasse auf dem Altsaxophon stellte Special Guest Heinz-Dieter Sauerborn bei Peter Herbolzheimers „The Healer“ unter Beweis. Das Attribut „Amazing“ hatten sich die Sänger Lena Steffan („Let‘s fall in love“), David Quilitz („Can‘t buy me love“) und Theresa Engel („Porgy & Bess“) verdient. Da war er wieder – der kreative Wagemut. Begleitet von den Cellistinnen Chiara Zinkand und Lilli Henning und Jan Longerich (Vibraphon) meisterte Theresa Engel mit weicher Stimme und dunkler Farbe das Bess-Medley.
Und der himmlische Jazz mit einem perlenden Rausch an Klangfarben ging weiter mit Snarky-Puppy-Stücken „Lingus“, „Sing to the Moon“ und „Brother, I‘m hungry“, ehe sich alle Künstler gemeinsam mit „Amazing Grace“ von einem begeisterten Publikum verabschiedeten und „Butler“ John Rogers wie bei „Einer wird gewinnen“ Bandleader Franz-Josef Schwade Mantel und Mütze brachte und ein paar „nette“ Worte zum Konzert und einem unfähigen Bandleader sagte.