Schwere Geschütze, vielfältige Sinneseindrücke und eine Reise in die Vergangenheit

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Es war eine Zeitreise der besonderen Art, auf welche die Besucher des Mittelaltermarkt Steinau am vergangenen Wochenende gehen konnten. Traditionell fand dieses Mittelalterspektakel, welches im Jahr 2010 von der Trimburger Ritterschaft ins Leben gerufen wurde, am vierten Augustwochenende statt. Vor historischer und passender Kulisse lud die vielfältige Veranstaltung am Kumpen sowie im Amtshof, als auch im Schlosshof und im Hirschgraben nicht nur zum Schlendern und Stöbern, sondern auch zum Mitmachen und Schlemmen ein.
Wer dabei zu Fuß über die Mauerwiese in den Stadtkern spazierte, staunte nicht schlecht, reihten sich doch zahlreiche Zelte des Heerlagers aneinander. Es roch nach Feuer und Kinder spielten barfuß in traditioneller Kluft auf der Wiese, während Erwachsene sich am reich gedeckten Tisch versammelten und nicht nur Geselligkeit, sondern auch ganz authentisch das Lagerleben zelebrierten.
Liebevoll waren dabei die jeweiligen Unterkünfte dekoriert und mit Schaffellen ausgestattet. Über mehrere Tage campierten die einzelnen Gruppen im satten Grün vor der Stadtmauer – allein beim Vorbeigehen konnte man ein Gefühl der Entschleunigung und Gemeinschaft spüren.
Für den gewissen Schauer und Nervenkitzel sorgten hingegen das Kanonenschießen und die Feldschlacht auf der Mauerwiese.
An zahlreichen Ständen präsentierten Händler ihre eigenen Kunstwerke oder gar Schmuckstücke und gaben Einblick in die Herstellung so mancher Unikate. Und wer nicht gut aufpasste, stolperte im Zweifelsfall sogar dem Tod höchstpersönlich vor die Füße. Köstlichstes Metbier aus Tonbechern erhellte die Gemüter und der Duft leckerer Speisen vom Grill oder aus dem Steinofen lockte schon von Weitem. Wer hier hungrig blieb, ist selbst schuld.
Selbst die Jüngsten durften im Hirschgraben beim Kinderritterturnier ihr Können und insbesondere ihre Treffsicherheit zur Schau stellen – oder sich an zahlreichen Mitmachaktionen kreativ entfalten.
Zuschauern stockte der Atem beim Anblick der Vollkontaktkämpfe vor historischer Kulisse. Hier wurden scheppernd und mit voller Kraft Kampfkünste aus aller Welt präsentiert. Dabei gerieten selbst die Stärksten in schwerer Rüstung auch einmal ins Taumeln oder gar zu Boden. Hierbei erfuhr das staunende und schaudernde Publikum, was es mit der eisernen Faust auf sich hat und dass beispielsweise selbst der Ritterhelm allein ganze 7 Kilogramm wiegen kann.
Heiß her ging es vor den Toren des Rathauses der Stadt Steinau, als der lustig gekleidete Gaukler Kaspar mit dem Feuer spielte und im Amtshof verzauberte William Jung und Alt. Dass man auch mit Lama-Fasern am Spinnrad arbeiten kann und warum die hergestellte Kleidung so wertvoll ist, erfuhren interessierte Besucher im Amtshof und konnten ebenfalls live bei der Herstellung der schönsten Töpferkunst zusehen. Ein breites Spektrum der Geschichte wurde während des gesamten Mittelaltermarktes dargestellt – von Kelten, Wikingern und dem Frühmittelalter bis hin zu den Landsknechten des 16. Jahrhunderts war alles dabei. Ja, auch in diesem Jahr zog der Mittelaltermarkt in Steinau zahlreiche Besucher und Mittelalterfreunde in die historische Altstadt und ließ bei so vielen Sinneseindrücken und jener besonderen Reise durch die Geschichte die Sorgen des Alltags für ein Wochenende lang vergessen.