Hoher Bedarf an Infos und persönlichem Austausch
Für die kommenden Tage werden erneut hohe Temperaturen bis über 30 Grad erwartet. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises erinnert deshalb an den Service seines kostenlosen Hitzetelefons. Das Angebot richtet sich insbesondere an ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Menschen mit Pflegebedarf, die während offizieller Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) telefonisch informiert und mit praktischen Hinweisen zum Hitzeschutz unterstützt werden.
Bereits jetzt zeigt sich, dass das Hitzetelefon in diesem Sommer stärker nachgefragt wird als in den vergangenen Jahren. „Wir stellen einen deutlich höheren Gesprächsbedarf bei den Bürgerinnen und Bürgern fest, die das Angebot nutzen“, berichtet Landrat Thorsten Stolz. „Neben Fragen zum persönlichen Hitzeschutz sprechen viele Menschen auch allgemeine Themen rund um den Umgang mit Hitze an. Dazu gehören beispielsweise Hitzeschutzmaßnahmen in öffentlichen Einrichtungen oder an öffentlich zugänglichen Orten in Städten und Gemeinden.“
Die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen zudem, dass das Angebot für viele Teilnehmende weit über die reine Information zu Hitzewarnungen hinausgeht. Viele der registrierten Personen leben allein und verfügen nur über wenige soziale Kontakte. Entsprechend entwickeln sich häufig Gespräche, die den eigentlichen Anlass des Anrufs überschreiten. So erkundigen sich Teilnehmende beispielsweise danach, wie sie ihr Haus technisch nachrüsten können oder sprechen über ihre Sorgen im Zusammenhang mit anhaltenden Hitzeperioden. Auch bei kleineren praktischen Problemen leisten die Mitarbeitenden Unterstützung. So konnte beispielsweise bereits telefonisch dabei geholfen werden, einen Hausnotruf wieder griffbereit zu platzieren, nachdem der Notrufknopf versehentlich im Schlafzimmer liegen geblieben war, statt am Körper getragen zu werden.
Ein weiterer Wunsch, der zunehmend an das Team des Hitzetelefons herangetragen wird, betrifft die Zeit nach einer Hitzewarnung. Einige Teilnehmende wünschen sich einen zusätzlichen Anruf am Folgetag, um sicherzugehen, dass es ihnen weiterhin gut geht. Dahinter steht häufig die Sorge, im Falle einer gesundheitlichen Notlage keine Hilfe rufen zu können. Aus diesem Grund hinterlegen manche Teilnehmende vorsorglich die Kontaktdaten von Angehörigen oder der Nachbarschaft. Kann eine vereinbarte Person trotz mehrerer Anrufversuche innerhalb eines zuvor abgestimmten Zeitfensters nicht erreicht werden, informiert das Team des Hitzetelefons die hinterlegte Kontaktperson, damit sich zeitnah nach dem Wohlbefinden erkundigt werden kann.
„Das Hitzetelefon ist eine sinnvolle Ergänzung zum hessischen Hitzewarnsystem“, erklärt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises. „Gerade Menschen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko erhalten dadurch frühzeitig Informationen über bevorstehende Hitzeperioden und können entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Gleichzeitig zeigt sich, dass der persönliche telefonische Kontakt vielen Menschen Sicherheit vermittelt und ihnen das Gefühl gibt, in belastenden Situationen nicht allein zu sein.“
