In der Bergwinkelstadt gibt es einen neuen gemeinnützigen Verein: die „Kloburschen Schlüchtern 1989“. In der Vereinsgasstätte „Zum Lasch“ wurde er von 32 Mitgliedern gegründet.
Die muntere Truppe der „Kloburschen“ gibt es seit dem Jahr 1989 als lockeren Zusammenschluss. In diesen 37 Jahren hat sich die Männerrunde schon durch diverse Aktivitäten hervorgetan. Seit 29 Jahren beteiligt sie sich mit einem eigenen Wagen an Faschingsumzügen in der Region. Eine feste Tradition ist auch den „Heiligabend“ des Kalten Marktes, den Donnerstag vor dem Heimatfest, gemeinsam im „Lasch“ zu feiern.
Jetzt also die offizielle Vereinsgründung. In ihrer Satzung wurde als Zweck des Vereins „die Förderung des traditionellen Brauchtums einschließlich des Karnevals, der Fastnacht und des Faschings“ festgeschrieben. Der Satzungszweck wird verwirklicht durch die Gestaltung eines Vereinswagens und die Teilnahme an regionalen Faschingsumzügen, der Pflege und Förderung karnevalistischer Tänze, Musik und Büttenreden sowie der Organisation kultureller Veranstaltungen zur Erhaltung regionaler Traditionen.
Nicht nur die Satzung wurde einstimmig beschlossen. Genauso einmütig wählte die Versammlung den ersten sechsköpfigen Vorstand. Erster Vorsitzender ist Fabian Orth, bereits gewählter Kalte-Markt-Präsident des Jahres 2026. Als sein Stellvertreter fungiert Andreas Mock, als Kassenwart Constantin Lotz, als Schriftführer Lukas Adametz. Erster Beisitzer ist Florian Jost, zweiter Rainer Hanncke.
Zur Vereinsgründung gab es gleich eine nette Überraschung. Wirtin Gisela Gärtner schenkte der frohen Runde eine individuell angefertigte Torte mit einem großen Bild der Mitglieder auf der Vorderseite.
Der Name „Kloburschen“ ist übrigens eine ironische Anspielung auf die in den Dörfern der Region allgegenwärtigen „Blooburschen“ zu den Kirchweihfesten. Da es in Schlüchtern direkt keine Kirchweih gibt, sondern den Kalten Markt, kam es zum Namen „Kloburschen“. Zum Auftakt des Kalten Marktes vor 37 Jahren – damals noch an einem Freitagabend – gründete sich die muntere Truppe aus einer Bierlaune heraus in der Gaststätte „Zum Lasch“ als nicht ganz ernst gemeinte Antwort auf das Brauchtum der Bloo-Burschen. Es waren damals acht Gründungsmitglieder.
Auch künftig soll – außerhalb des eingetragenen Vereins – am Kalte-Markt-Donnerstag wie schon in den vergangenen Jahren ein „Ober-Klo“ aus den eigenen Reihen bestimmt werden. Er trägt als Insignium seiner Position – ähnlich wie der Kalte-Markt-Präsident den Stadtschlüssel – Kette und Porzellangriff eines WC-Spülkastens zu den Hals. Diese Runde am Kalten Markt bleibt auch weiterhin – bis auf Wirtin Gisela – fest in Männerhand.
Nach Angaben von Fabian Orth wollen die Kloburschen das Vereinsleben in Schlüchtern aktivieren. So ist beispielsweise für den Juni kommenden Jahres die erstmalige Ausrichtung eines Apfelweinfestes geplant. Das Finanzamt hat übrigens bereits die Gemeinnützigkeit des Vereines anerkannt.
