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Unter dem Titel „Wir machen das! – Kommunale Demokratie & Handlungsfähigkeit sichern“ fand in Berlin die Jahreskonferenz 2026 des Netzwerks Junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister statt. An zwei Konferenztagen kamen rund 350 Teilnehmende zusammen, darunter etwa 140 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Deutschland. Aus Hessen waren 15 junge Amtsträgerinnen und Amtsträger vertreten.

Das Netzwerk, das vor einigen Jahren in Bad Soden-Salmünster gegründet wurde, hat sich inzwischen zu einer bundesweit wahrnehmbaren Stimme junger kommunaler Verantwortungsträger entwickelt. Eröffnet wurde die Konferenz durch den Bundesvorsitzenden des Netzwerks, Michael Salomo, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim an der Brenz. Auch Bürgermeister Dominik Brasch nahm als Erster stellvertretender Bundesvorsitzender des Netzwerks an der Konferenz teil und brachte sich in einem der zentralen Panels zur Frage ein, wie Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt auf kommunaler Ebene gestärkt werden können.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die großen Herausforderungen, vor denen Städte und Gemeinden aktuell stehen: der Erhalt demokratischen Vertrauens, die Handlungsfähigkeit kommunaler Verwaltungen, Sicherheit und Krisenfestigkeit, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Energiefragen, Bauen sowie die Frage, wie Kommunen trotz wachsender Aufgaben und begrenzter Ressourcen zukunftsfähig bleiben können.

Einen besonderen Akzent setzte die Diskussion mit Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Ricarda Lang und Felix Zwayer, dem einzigen deutschen Schiedsrichter, der für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nominiert wurde. Dabei ging es um Demokratie, Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Christian Wulff machte deutlich, dass Demokratie nicht abstrakt bleibt, sondern vor allem dort gelebt wird, wo Menschen einander begegnen: in Vereinen, auf Marktplätzen, in Feuerwehren, bei Elternabenden, in Stadtverordnetenversammlungen und Rathäusern. Gerade die kommunale Ebene ist deshalb ein zentraler Ort demokratischer Erfahrung.

Brasch warb in der Diskussion insbesondere für mehr Vertrauen in die kommunale Ebene. Starke Städte und Gemeinden seien entscheidend, damit Menschen demokratische Wirksamkeit nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret im Alltag erleben.

„Viele Menschen begegnen dem Staat zuerst vor Ort: im Rathaus, in der Kita, bei der Feuerwehr, beim Bauantrag, bei Vereinsfragen oder in der Stadtverordnetenversammlung. Wenn Kommunen handlungsfähig sind, wenn Anliegen ernst genommen und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden, dann entsteht Vertrauen. Starke Kommunen sind deshalb ein Grundpfeiler für Vertrauen in unseren Staat“, so Brasch.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf kommunaler Resilienz und Gesamtverteidigung. Bereits die Zusammensetzung des Panels machte deutlich, wie vielschichtig dieses Thema ist: Mit Generalmajor Wolf-Jürgen Stahl, dem Präsidenten der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Dr. René Funk, dem Vizepräsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Dr. Rebecca Prell von der Berliner Feuerwehr, dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev sowie Martin Assmuth, Bürgermeister der Gemeinde Hofstetten und Mitglied des Bundesvorstands des Netzwerks, kamen sicherheitspolitische, operative, internationale und kommunale Perspektiven zusammen. Moderiert wurde die Runde von Dr. Peter Tauber, Parlamentarischer Staatssekretär a.D.

Diskutiert wurde unter anderem, was Gesamtverteidigung, Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge konkret für Städte und Gemeinden bedeuten. Dabei wurde deutlich, dass Krisenfestigkeit nicht allein eine Aufgabe von Bund und Ländern ist. Auch Kommunen müssen Vorsorge treffen, Strukturen stärken, Abläufe kennen und im Ernstfall handlungsfähig bleiben.

Für Kommunen in der Region sind diese Fragen von unmittelbarer Bedeutung. Ob Blackout-Vorsorge, Katastrophenschutz, Cybersicherheit, Versorgungssicherheit, Unterbringungsfragen oder die Kommunikation mit der Bevölkerung in Krisenlagen: Viele Herausforderungen kommen am Ende konkret in den Rathäusern, bei den örtlichen Einsatzkräften und in den kommunalen Gremien an. Die Konferenz machte deutlich, dass Kommunen hierbei stärker mitgedacht und besser ausgestattet werden müssen.

Auch gesellschaftliche Polarisierung, Populismus und das Vertrauen in staatliche Institutionen wurden intensiv diskutiert. Beim Abendimpuls sprachen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Christoph de Vries und Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, über Sicherheit, Staatlichkeit und gesellschaftliche Spannungen. Gerade die Verbindung von politischer Verantwortung, Verwaltungspraxis und Erfahrungen aus Sicherheitsbehörden eröffnete dabei einen direkten Blick auf Herausforderungen, die auch vor Ort spürbar sind.

Neben den Panels bot die Konferenz Raum für fachlichen Austausch mit Unternehmen, Institutionen und Partnern. Die Aussteller setzten Schwerpunkte unter anderem bei Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung, aber auch bei Energie, Bauen, Infrastruktur, Mobilität und weiteren Zukunftsthemen. Damit wurden zentrale Fragen angesprochen, die auch kleinere und mittlere Kommunen zunehmend beschäftigen: Wie können Verwaltungsprozesse effizienter werden? Wie lässt sich Digitalisierung sinnvoll nutzen? Welche Rolle kann KI in der kommunalen Arbeit spielen? Und wie können Städte und Gemeinden bei Energieversorgung, Infrastruktur und Bauprojekten handlungsfähig bleiben?

Die Jahreskonferenz zeigte nach Einschätzung des Netzwerks, dass junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich konstruktiv in die Debatten einzubringen. Zugleich wurde deutlich, dass die kommunale Ebene bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden muss.

Auch Netzwerk-Bundesvorsitzender Michael Salomo zog ein positives Fazit der Konferenz. Die kommunale Ebene sei entscheidend, wenn es darum gehe, Demokratie, Sicherheit und Handlungsfähigkeit nicht nur zu diskutieren, sondern im Alltag konkret erfahrbar zu machen.

„Kommunalpolitik ist kein Randbereich der Demokratie“, betont Brasch. „Sie ist der Ort, an dem Vertrauen entsteht, Konflikte konkret werden und Lösungen gelingen müssen. Deshalb lohnt es sich, für starke und handlungsfähige Kommunen zu kämpfen.“