„Aufstehn, aufeinander zugehn“ – Zehn Jahre Geselligkeit und Zusammenhalt im Begegnungscafe Gänsewiese
Menschen brauchen Begegnungen und Geselligkeit. So oft im Leben gilt es, einander die Hand zu reichen und ein Miteinander zu leben, vielleicht auch unter die Arme zu greifen und Hilfestellung zu geben. Nur durch solche Zusammenkünfte ist es möglich, dass Fremde eine neue Heimat finden, neue Verbindungen entstehen und Freundschaften das Gefühl der Einsamkeit vergessen lassen.
Kinder blühen nur durch Kontakte auf und freuen sich über jede Gelegenheit, miteinander zu spielen und erwachsene Menschen begrüßen sicherlich die ein oder andere Ablenkung oder gar neue Herausforderung. Schön und bemerkenswert ist es, kann all‘ das an einem einzigen Ort stattfinden und das Leben innerhalb einer Stadt bereichern. Genau das ermöglicht seit nunmehr zehn Jahren der Verein Steinau Miteinander mit dem Begegnungscafé Gänsewiese. Dieser offene Treffpunkt für alle Bürger der Stadt findet alle zwei Wochen im Vereinshaus Steinau statt. Er dient auch dazu, Menschen mit Migrationshintergrund zu unterstützen und Zusammenhalt und Zwischenmenschliches zu fördern. Viele gemeinsame Events laden zum Mitmachen ein oder auch einfach dazu, sich gegenseitig bei kostenlosem Kaffee und Kuchen kennenzulernen.
Am vergangenen Samstag feierte das Begegnungscafé Gänsewiese mit einem großen Familienfest sein zehnjähriges Bestehen. Besucher konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie Geselligkeit gelebt werden kann und wie bedeutsam jene zwischenmenschlichen Verbindungen für die Menschen einer Stadt sind. Viel wurde an diesem Tag geboten. Neben einer reich gedeckten Kuchentafel duften natürlich Vorlesungen von der Ersten Steinauer Märchenkönigin Laura Fuchs nicht fehlen, ganz genauso wie ein Spielparcours für die kleineren und größeren Kinder, der vom Jugendzentrum der Stadt Steinau bereitgestellt und betreut wurde. Selbst einmal zur Prinzessin oder Königin werden oder gar in Phantasiewelten eintauchen konnten die Kleinsten beim Kinderschminken von Sunny Faces – eine großzügige Spende des Vereins. Nervenkitzel bot die Teilnahme an der Tombola mit reichlichen Preisen und unter strahlend blauem Himmel konnte das ein oder andere Gespräch vertieft und Geselligkeit gelebt werden.
Bürgermeister Christian Zimmermann als erster Vorsitzender des Vereins begrüßte in seiner Ansprache zur offiziellen Eröffnung nicht nur alle Mitglieder des Magistrates und den Ersten Stadtrat Dietmar Broj sowie Sabine Broj und Miriam Weigelt vom Vereinsvorstand, sondern neben Pfarrer Dirk Kroker auch einen ganz besonderen Gast.
Sehr zur Freude aller nahm auch Pfarrer i.R. Wilhelm Laakmann an der Feier teil. Er erinnerte sich in eigenen Worten an die Zeit, die vor der Gründung von Steinau miteinander gelegen hat. Damals, im Jahr 2013, sollte ein Bewusstsein geschaffen werden für all die Menschen, die Hilfe suchten und ankommen mussten. Menschen, die in der neuen Heimat viele Traditionen wie beispielsweise das Weihnachtsfest nicht verstanden. Flüchtlingen sollte geholfen werden, gerade bei der Organisation von Alltagsdingen oder auch Arztbesuchen. Im Laufe der Zeit entstanden viele Ehrenämter und Patenschaften rund um die Integrationshilfe. Um das Ganze auch rechtlich abzusichern, sei der Verein Steinau miteinander gegründet worden. Er bewunderte das Durchhaltevermögen aller Beteiligten und wie gut es gelungen sei, einen menschenwürdigen Umgang und ein kulturelles Miteinander zu pflegen.
„Alles, was dort passiert, ähnelt einem Märchen“, schlussfolgerte Märchenkönigin Laura Fuchs in ihrer Rede – und sicherlich nickten viele der erschienen Gäste bei genau jenem Gedanken.
Einen nicht weniger berührenden und gelungen Ausklang fand jenes besondere Familienfest beim gemeinsamen „SingAlong“ am frühen Abend. Bei Liedern wie „Sag mir wo die Blumen sind“ oder „Wonderful World“ wurde nicht nur Gemeinsamkeit gelebt, sondern auch – gleich dem Lied „Aufstehn, aufeinander zugehn“ – aufeinander zugegangen werden. Es war ein Tag, an welchem Menschen miteinander plauderten und sangen und Kinder lautstark-fröhlich spielten und viele neue Begegnungen entstanden.
Übrigens: Das nächste Treffen im Begegnungscafé Gänsewiese findet am Samstag, 2. Mai, von 15 bis 17 Uhr im Vereinshaus auf der Gänswiese statt.
































