Königlicher Besuch auf dem roten Sofa
Sie würde mit Gespenstern im Schloss übernachten und hätte keine Scheu, den Froschkönig an die Wand zu schmettern. Sie verzaubert Kinder und lässt Mädchenherzen höherschlagen – und ihr eigenes schlägt für die Heimat, die Stadt Steinau, und die Region.
Laura Fuchs hat eine Mission und einen ganz besonderen Auftrag: Als erste Steinauer Märchenkönigin erfüllt sie ihre Aufgabe selbstbewusst mit Würde und Stolz. In den vergangenen Monaten ist sie in ihrer Rolle aufgegangen und daran gewachsen, sie besitzt das nötige Quäntchen Herzblut und hat den Grundstein für etwas Besonderes gelegt.
Doch einmal von vorne:
Königlich wurde es auf dem roten Sofa im Brüder Grimm-Haus. Denn eingeladen zum Gespräch war niemand Geringeres als Laura Fuchs, Steinaus erste Märchenkönigin. Laura Fuchs ist tief mit der Brüder-Grimm-Stadt verwurzelt, ist die Familie von Laura Fuchs doch bereits seit sieben Generationen in Steinau ansässig. Seit vielen Jahren engagiert sich Laura Fuchs in der Kommunalpolitik und war Mitinitiatorin des ersten Mädchenflohmarkts in Steinau. Nun trägt sie einen besonderen Titel, der anlässlich der vielen Jubiläen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde. Eine neue Tradition sollte entstehen: Die Märchenkönigin solle die Stadt Steinau überregional bekannt machen sowie einen Blick über den Tellerrand und eine Vernetzung mit anderen Städten und Gemeinden ermöglichen. Laura Fuchs scheute diese Aufgabe nicht und so standen der 22-jährigen Verwaltungsfachangestellten in Ausbildung aufregende Monate bevor. Auf die Frage, was dieses Amt von anderen Ehrenämtern unterscheide, entgegnete Laura Fuchs, dass die Funktion der Märchenkönigin zeitintensiv sei und viel mehr persönliche Kontakte ermögliche. Über den freundschaftlichen Austausch mit Persönlichkeiten und „Hoheiten“ anderer Städte hinaus, entstehe auch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl. Die Fahrt zum hessischen Ministerpräsidenten sei ein besonderes Erlebnis gewesen und auch der Tag der Krönung sei, laut Laura Fuchs, durchaus mit einer ordentlichen Portion Lampenfieber verbunden gewesen. Die Auftritte seien zu Beginn ungewohnt gewesen, denn auf eine Märchenkönigin mit Krone und im wunderschönen Kleid seien alle Augen gerichtet, so dass ein gewisser Erwartungsdrück entstehe. Doch erste Hemmungen seien schnell verflogen und sie habe gelernt, selbstsicher und zuversichtlich vor anderen Menschen zu sprechen. Es sei aber auch gerade dieses besondere Kleid, welches schützend umhülle und das Selbstwertgefühl stärke. Die Märchenkönigin hatte bei der Gestaltung des Kleides ein Mitspracherecht und konnte dem Gewand ihre ganz eigene Note und Persönlichkeit verleihen. Lachend erzählte Laura Fuchs, dass sich ausgerechnet am allerersten Tag im Amt der Märchenkönigin eine Wespe im Kleid verfangen habe.
Auf die Frage von Museumsleiterin Stefanie Dallmann, welche Termine für Laura Fuchs ganz besonders gewesen seien, hatte Laura Fuchs prompt eine Antwort: Es seien die Besuche in den Kindergärten gewesen. Die strahlenden Kinderaugen ließen auch das Herz einer jeden künftigen Märchenkönigen höherschlagen, darin waren sich die anwesenden Gäste einig. Nach ihrer einjährigen Amtszeit freut sich Laura Fuchs auf eine engagierte Nachfolgerin, die nicht nur trockenes Heimatwissen, sondern Verbundenheit mitbringen sollte und selbstverständlich von Laura Fuchs eingewiesen und an die Hand genommen wird. Es wäre schön, in Zukunft einmal auf eine Märchenkönigin aus jedem Stadtteil zurückblicken zu können, betonten Stefanie Dallmann und Laura Fuchs einstimmig. In einer anschließenden Fragerunde unter dem Motto „kurz und knackig“ gab es viele Lacher seitens der anwesenden Gäste und auch wurden viele Fragen zum Styling einer Märchenkönigin gestellt. Schließlich benötigt es viele helfende Hände, damit Krone und Frisur und nicht zuletzt das Kleid sitzen. Interessierte Nachfolgerinnen sollten nicht allzu aufgeregt sein – vielmehr gelte es, sich offen und zuversichtlich auf die Sache einzulassen. Genau das hat Laura Fuchs, deren persönliches Lieblingsmärchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ ist, mit Bravour getan. Und sicherlich hätte sich die Stadt Steinau keine bessere erste Amtsträgerin wünschen können!









