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Die Stärke, die aus Gemeinsamkeit entsteht – darauf richteten die Akteure aus Kultur, Tourismus, Ehrenamt und Politik ihr Augenmerk beim Pressefrühstück im Erlebnispark Steinau. In guter Tradition hatte das Ehepaar Anette und Theo Zwermann auch in diesem Jahr in seinen Freizeitpark eingeladen, der unter dem Motto „Herzlich hessisch“ in die neue Saison startete.
Moderiert von Steffen Eckel vom Förderverein Theatrium und in Anwesenheit der vier Bergwinkel-Bürgermeister Christian Zimmermann (Steinau), Dominik Brasch (Bad Soden-Salmünster), Thomas Henfling (Sinntal) und Matthias Möller (Schlüchtern) präsentierten Touristiker und in Kultur und Ehrenamt Engagierte ein buntes Kaleidoskop an Ausflugstipps, Neuigkeiten, Veranstaltungsformaten und Freizeitaktivitäten.
Schlossverwalterin Elena Gold verwies auf das Programm „Wir geben Geschichte Zukunft“, das zum 80-jährigen Bestehen der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen aufgelegt wurde. So werde es etwa in Steinau die Vortragsreihe „Sonntags bei den Grimms“ geben, die auch verschiedene Aktivitäten für Kinder einschließe.
Museumsleiterin Stefanie Dallmann äußerte ihre Freude über die Wiedereröffnung des Museums Steinau, das in diesem Jahr verstärkt im Fokus stehe. Analog zu dem After-Work-Format „Das Rote Sofa“ im Brüder Grimm-Haus werde auch im Museum Steinau eine kleine Vortragsreihe aufgelegt. Neu hergerichtet werde der museumspädagogische Raum, um etwa Workshops anbieten zu können. Des Weiteren werde „sehr viel hinter den Kulissen, ohne Publikumswirkung gearbeitet“, etwa an der Sammlungsbewahrung und der Ertüchtigung des Depots.
Stefanie Dallmann rief die Steinauerinnen dazu auf, sich noch bis zum 12. April als neue Märchenkönigin zu bewerben.
Margot Dernesch, seit 30 Jahren ausgebildete Märchenerzählerin, berichtete von einem neuen, kreisweiten Projekt, in dessen Rahmen als erster Schritt Märchenerzählerinnen und Märchenerzähler gesucht würden, um einen Pool aufzubauen. Folgen sollen Märchenevents und -festivals sowie die Ausbildung neuer Erzähler und Erzählerinnen. Sie verwies auf drei Veranstaltungen für Erwachsene, Kinder und Senioren, die sie im Mai im Theatrium anbietet. Gästeführerin Mariéle Syllwasschy, seit 25 Jahren Märchenerzählerin, versicherte, anknüpfend an ihre Aussage vom vergangenen Jahr: „Ich brenne immer noch für Steinau!“ Steinau sei ein Kleinod in der Region und es gelte daran zu arbeiten, die Stadt noch attraktiver zu machen. Eindringlich beschrieb sie die Notwendigkeit eines gastronomischen Angebots in der Stadt.
Kirsten Ranft, Betreiberin des Literaturcafés Alte Apotheke, sprach von ihrer spontanen Idee, den Lesungsraum in ihrem Café für Familien und Freundeskreise kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Diese könnten sich in dem Raum, der für bis zu 20 Personen Platz biete, treffen, um sich etwa mit Literatur zu beschäftigen oder auch gemeinsam zu spielen – gut versorgt mit Kaffee und Kuchen aus der hauseigenen Küche.
Die Vorsitzende des Vereins „Steinauvision Song Contest“ (SSC), Felizitas Broj, warb für den die Stadtteile zusammenführenden musikalischen Wettbewerb, der am 8. August zum dritten Mal „in unserem großartigen Steinauer Freibad“ über die Bühne gehen wird. Der SSC nutze Musik als verbindende Sprache und sei einzigartig in der Region.
Marktleitung Christoph Biegl (Stadt Steinau: Gesellschaft und Stadtentwicklung) stellte den Reigen der Märkte vor, der mit dem Jockesmarkt am 20. Juni eröffnet wird – diesmal mit der Gelegenheit, das zweite WM-Vorrundenspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft auf großer Leinwand am Kumpen zu verfolgen. Am 22. und 23. August folgt der Mittelaltermarkt, der erstmals auf die Brüder-Grimm-Straße in Richtung Amtshof ausgeweitet werde. Auch das Heerlager (ab 17. August) werde mit 80 bis 100 Gruppen deutlich größer als im Vorjahr. Den Katharinenmarkt im Oktober wolle man „dieses Jahr mindestens genauso gut machen wie in 2025“ und für den Weihnachtsmarkt versprach Christoph Biegl ein „besonderes Angebot für Kinder“.
Die Leiterin des städtischen Verkehrsbüros, Claudia Dorn, lud ein, an einer der zahlreichen offenen Stadtführungen teilzunehmen, im Juni den Steinauer Orgelsommer zu besuchen, an zwei Abenden im Juli im Amtshof Kinofilme unter freiem Himmel zu genießen oder im September die künstlerische Vielfalt der Puppenspieltage zu erleben.
Für das Theatrium resümierte Steffen Eckel: „Wir haben ein fantastisches Jahr hinter uns.“ Mit großer Energie starte man in die neue Spielzeit. Zum Auftakt des Kultursommers komme die Band „Udopie“ mit einer Hommage an Udo Lindenberg auf die Sommerbühne. Der Abend verspreche „große Emotionen und viele bekannte Hits“. „Ein sehr, sehr geiles Konzert“ versprach Eckel zum Abschluss der Sommerbühne am 15. August. Die französische Rock- und Bluessängerin Elise Frank sei „der Kracher“. Premiere feiert am 12. Juli das Stück „Oh wie schön ist Panama“ nach dem Kinderbuch von Janosch.
„Er macht’s nicht, weil er es will, sondern weil er‘s kann“, mit diesen Worten spielte Steffen Eckel auf MarcelWagners musikalisches Talent an, der in einem Stück über die Comedian Harmonists alle sechs Musiker alleine darstellt.
Aus der Kurstadt Bad Soden-Salmünster war Iris Bolender erstmals beim Pressefrühstück zu Gast. Sie lenkte den Fokus auf die Wasserspiele, die Anfang Juni in der Arena in der Salz in Bad Soden stattfinden, das Kurparkfest und die Freilichtaufführungen „Das Wirtshaus im Spessart“ der Theatergruppe feel-X am Musikpavillon im Kurpark. „Darauf freuen wir uns sehr.“
Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH, betonte die Vorteile der Verschmelzung der Marken „Hessischer Spessart“ und „Spessart Mainland“ zur einheitlichen Marke „Spessart“. Dadurch könne man ein deutlich größeres touristisches Angebot machen. Derzeit arbeite man an der Ausweisung einer 300 Kilometer langen Mountainbike-Strecke, die im nächsten Jahr befahrbar sein werde.
Abgerundet wurde das Pressefrühstück durch die Grußworte der Bergwinkel-Bürgermeister. Dominik Brasch (Bad Soden-Salmünster) bescheinigte seiner Stadt „viele mutige Entscheidungen“ und bekannte, dass der Rückbau der Spessart Therme, der 2028 beginne, „eine schwierige Zeit“ einläuten werde. Die in die Jahre gekommene Therme werde komplett neu gebaut. In diesem Zusammenhang soll eine Hotelansiedlung erfolgen. Dafür suche man einen Investor und Betreiber, durchaus ein „internationales Brand“.
Mit Blick auf die Region sagte Bürgermeister Brasch, man wolle Kräfte bündeln, „insbesondere im Schulterschluss mit Steinau“. Daran anknüpfend ging Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling auf den neu gegründeten Tourismus-Verbund Bergwinkel (TVB) ein. In diesem Zusammenschluss stellten Sinntal, Schlüchtern und Steinau ihre jeweiligen Stärken heraus „in Verzahnung mit den Nachbarstädten“.
Bürgermeister Matthias Möller (Schlüchtern) erklärte, mit dem Tourismus-Verbund wolle man „ein Schlaglicht auf die Region richten“ und Wertschöpfung in den Bergwinkel bringen. An den Gastgeber des Pressefrühstücks gerichtet sagte Möller: „Das Juwel Erlebnispark tut uns allen gut.“
Die Strahlkraft, die man mit der TVB nach außen bringe, betonte Bürgermeister Christian Zimmermann (Steinau). In den Vordergrund seiner Ausführungen stellte auch er das einvernehmliche Handeln: „Wir können die Region nur gemeinsam bespielen.“ In einem Schlusswort richtete Gastgeber und Erlebnispark-Chef Theo Zwermann seinen Dank an alle Anwesenden. „Es ist wichtig, was jeder einzelne beiträgt, denn wir sitzen alle in einem Boot. Mein Vater hätte jetzt gesagt: ‚Macht weiter so.‘“