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„Unser Ziel ist es, mit potenziellen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen und sie über die Firma Kroeplin und unsere Ausbildungsberufe aufzuklären. Das Unternehmen hat dabei die Entscheidung getroffen, Auszubildende der Firma in diese Arbeit einzubinden. Nicht zuletzt will Kroeplin durch die Teilnahme aber auch Präsenz zeigen”, sagt Hannes Denhard, der beim renommierten Schlüchterner Unternehmen für Längenmesstechnik eine Ausbildung als Industriekaufmann im zweiten Ausbildungsjahr absolviert.
Kroeplin gehörte zu denjenigen lokalen Unternehmen, die Ende Februar an der ersten schuleigenen Ausbildungsmesse der Kinzig-Schule „K³- Kinzig Karriere Kickstart” teilgenommen haben. Hinter dem Orgateam lägen an diesem Freitag lange Wochen der Vorbereitung und der Vorüberlegungen, angefangen bei der Namenswahl, über die Suche nach einer passenden Örtlichkeit, die Herstellung des Kontakts zu den Betrieben bis hin zu den Vorabtreffen, erzählt Teammitglied Studienrat Florian Lang. Ziel sei gewesen, antizyklisch neben anderen Ausbildungsmessen wie die Initiative JESS den Kinzig-Schülern zusätzliche Angebote zu unterbreiten. Besonders freue es den Lehrer für Mathematik und Wirtschaft und Verwaltung, dass die eingesetzte Applikation „Actionbound” den Erwartungen entsprach: „Dank QR-Codes konnte jeder Schüler je nach Interesse Runden zum Kennenlernen der Betriebe und ihrer Ausbildungsberufe drehen.” Seine Kollegin Studienrätin Annalena Will vom Orgateam ergänzt: „Die Idee ist, dass die Schülerinnen und Schüler in der App Fragen beantworten müssen. Diese Antworten bekommen sie meist nur, wenn sie selbst die Betriebe bzw. Standbetreiber ansprechen, da es sich um firmeneigene Informationen handelt. Über dieses Frage-Antwort-Spiel sollen sie ins Gespräch mit den Betrieben kommen, um sich über etwaige Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Die Hürde des „Erstkontakts“ sollte dadurch genommen werden, da sich Schülerinnen und Schüler oft nicht trauen, sich an einem Messestand zu informieren.” Die Applikation schien dabei den Nerv der Zeit getroffen zu haben: Die angehende Fremdsprachensekretärin Lilly aus der Klasse 11HBF hebt hervor, wie sinnvoll es sei, dass die Anwendung bei der Formulierung von Fragen helfe. Sie findet es gut, dass die Messe unterschiedliche Bereiche, sei es kaufmännisch, gewerblich-technisch oder sozial-pflegerisch, abdecke und die Vertreter der Betriebe auf einen zugehen würden.
Diesen Eindruck teilt auch der Berufsfachschüler für Wirtschaft und Verwaltung Daris aus der Klasse (10BFW), vermisst aber dabei seinen Wunschberuf: Er möchte gerne in den IT-Bereich, der diesmal nicht vertreten war. Zudem würde er sich auch die Teilnahme von Firmen über die Kreisgrenzen hinaus wie aus Fulda beispielsweise begrüßen. Der Zehntklässler lobt den Einsatz der App ebenfalls, bemängelt aber, dass man „bei der Nutzung sehr akkurat sein” müsse, um passende Antworten zu bekommen. Dass sich die Interessen der Ausbildungsbetriebe und Schülerschaft an diesem Vormittag dennoch trafen und somit ein gutes Miteinander ermöglicht wurde, bestätigt Laila Lauer. Sie arbeitet für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Gelnhausen und will junge Leute für den Rettungsdienst und die ambulante Pflege gewinnen: „Man merkt schon den Altersunterschied im Vergleich zu anderen Messen: Die Besucher hier sind älter und stellen gezielte Fragen. Es ist auch deswegen sehr angenehm, weil sie bereits wissen, was sie später erreichen wollen.” Lauer lobt dabei den interaktiven Charakter der Veranstaltung: „Der Einsatz der App bewegt die Teilnehmer zur aktiven Auseinandersetzung mit den Ausbildungsangeboten. Das war übrigens auch für uns Neuland.”
Der innovative Charakter scheint auch die erweiterte Schulleitung überzeugt zu haben. Studiendirektor Martin Kleinhenz zieht nach der Veranstaltung eine positive Bilanz: „Die erste Ausbildungsmesse „K³- Kinzig Karriere Kickstart” traf auf interessierte Besucher und begeisterte Ausbildungsbetriebe, den Beweis lieferten die guten Gespräche, die man an diesem Tag hundertfach geführt hat.” Ein Eindruck, den auch Hannes Denhard (Kroeplin GmbH) bestätigen kann. Vor nicht allzu langer Zeit war er als Absolvent der Fachoberschule selber auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf und -betrieb, daher weiß er, wie wichtig es ist, über den Wunschberuf im Vorfeld aus erster Hand informiert zu werden.