Mauerspechte leisteten über 400 Arbeitsstunden

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Mit einem Rückblick auf das Wirken der Steinauer Mauerspechte im vergangenen Jahr hatte Gerhard Guth den Neujahrsempfang der tatkräftigen, handwerklich begabten, älteren Herren eingeleitet.
So hatten sie im April 2025 an fünf Tagen ein Stück Stadtmauer im Bereich der Brüder-Grimm-Schule mit insgesamt 238 ehrenamtlichen Arbeitsstunden instand gesetzt. Dankbar erinnern sich die Mauerspechte an die Versorgung mit Frühstück und Mittagessen durch Sabine Stern, die ihre Räumlichkeiten auch bei regnerischem Wetter zur Verfügung stellte und auf Zuruf heißen Kaffee lieferte.
Die Stadt Steinau sponserte den Mauerspechten Arbeitsjacken, die offiziell am Jockesmarkt übergeben wurden, zudem gab es eine Ehrenurkunde im 35. Jubiläumsjahr.
In einer großen Fotoausstellung stellten Harald Mathi und Konrad Merz die Arbeiten der Mauerspechte an der Stadtmauer während der vergangenen 35 Jahre vor, für die sie 1991 den Hessischen und 2001 den Deutschen Preis für Denkmalschutz erhielten.
Im Oktober restaurierten sie an fünf Tagen einen Teil der Stadtmauer im Hof der Familie Schmahl mit insgesamt 200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Mit mehrere Radtouren durch den Spessart festigten die Mauerspechte ihren Teamgeist über den Sommer. Im Dezember unternahmen sie eine Nikolauswanderung nach Seidenroth.
2025 wurden Manfred Denhard und Karlheinz Sachs als neue Mitglieder bei den Mauerspechten aufgenommen. Für die Arbeiten 2026 stehen Helmut Gaub und Norbert Müseler als zwei weitere Mitarbeiter parat. Das Team Mauerspechte besteht dann aus 13 Männern.
Im Frühjahr 2026 soll in Abstimmung mit dem städtischen Bauhof die kleine Wehrmauer im Zwinger saniert werden.
Bürgermeister Christian Zimmermann überreichte jedem der Mauerspechten einen gläsernen Bierseidel mit der Aufschrift „Steinauer Mauerspechte – Danke – 1990 bis 2025“. Der Rathauschef erläuterte, dass im „Förderprogramm Nachhaltige Entwicklung“ insbesondere der Denkmalschutz stehe. Innerhalb der kommenden zehn Jahre würden seitens des Landes Hessen etliche Maßnahmen wie die Renovierung des „Blauen Hauses“, des Verkehrsbüros und des Schäferhäuschens gefördert. Der Ankauf der Alten Renterei sei beabsichtigt, um dort ein Generationen übergreifendes Wohnen zu installieren. Auch das Türmchen am Untertor solle wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden.
Da es in Steinau kein Bürgerhaus gebe, stehe die Idee zum Ankauf des ehemaligen Gasthauses Denhard als mögliches Projekt im Raum. In diesem Jahr würde eine Machbarkeitsstudie erstellt, die komplett gefördert werde.
Auch die Wiederherstellung der abgerissenen Brücke werde ins Auge gefasst. Im Rahmen der Renaturierung des Uferrandstreifens der Kinzig sollen auch die Gärten in gepflegtes Terrain verwandelt werden. Die Stadt solle klimafreundlicher werden, so Zimmermann.
Innerhalb des Jahres müsse ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erstellt werden, wozu die Bürgerschaft einbezogen werde. Zum Fördergebiet gehöre das Gelände über die Kinzig und Bundesstraße bis zum Sportplatz sowie die Altstadt bis zur Alten Niederzeller Straße.
Es werde überlegt, in welcher Form die Mauerspechte eingebunden werden könnten.
Im Magistrat sei zudem die Teilnahme am Programm „Kompass“ beschlossen worden, das sich eine groß angelegte Bürgerbeteiligung auf die Fahne geschrieben habe. „Ich freue mich auf die Projekte 2026, bei denen die Stadt die Mauerspechte unterstützen darf“, so Zimmermann.
Beim Neujahrsempfang anwesend war auch Holger Stoppel vom städtischen Bauhof, um eine Zusammenarbeit zu gewährleisten. „Wir sind dankbar dafür, wenn wir informiert werden, wo etwas zu tun ist.“