Ein Hauch von Mystik und Science-Fiction auf dem roten Sofa
Wie denkt und arbeitet eine Autorin? Eine Antwort auf diese Frage bekamen die Besucher kürzlich im Brüder Grimm-Haus. Zum zweiten Mal hatte das Brüder Grimm-Haus mit Museumsleiterin Stefanie Dallmann zum Gespräch auf dem roten Sofa geladen.
In unregelmäßigen Abständen kommen bekannte Personen aus Kunst, Literatur und Wissenschaft zum Gespräch mit der Museumsleiterin auf eben jenes rote Sofa, das im Foyer des Museums steht. Zu diesem lockern Austausch sind interessierte Besucher eingeladen, um in ungezwungener Atmosphäre und bei einem Glas Wein dem Austausch zu lauschen und Fragen zu stellen.
Eingeladen war dieses Mal die in Gelnhausen geborene Autorin Tanja Bruske, die den anwesenden Gästen durchaus bekannt war. So ist Bruske nicht nur Journalistin bei der Gelnhäuser Neuen Zeitung, sondern auch Schriftstellerin im Bereich der Science-Fiction. Auch verfasste Bruske schon das ein oder andere Theaterstück. Zusätzlich schlägt Bruskes Herz für Mystik und nicht zuletzt für ihre Heimatregion. So spielt ihre Mysterie-Krimi-Triologie mit den Bänden „Leuchte“, „Tod am Teufelsloch“ und „Fratzenstein“ unter anderem auch in Steinau. Als wäre das nicht genug, schreibt Bruske ebenfalls – selbst gerade in diesen Tagen – mit großer Leidenschaft an ihrer historischen Fantasyroman-Reihe „Der Schlüssel der Zeit“. Die bislang acht Bände erzählen die Geschichte jeweils aus einem anderen Ort des Main-Kinzig-Kreises. Auch Ludwig Emil Grimm, der sogenannte Malerbruder der berühmten Märchensammler Jacob und Wilhelm, spielt eine besondere Rolle. Seit 2014 ist Tanja Bruske zudem unter dem Pseudonym Lucy Guth für den Bastei-Verlag als Autorin der Serie „Maddrax“ tätig.
Sie könne sich noch genau an ihre allererste Geschichte erinnern, die sie als Kind geschrieben habe, verriet Bruske im Gespräch. Denn die Leidenschaft zum Schreiben begleite sie schon eine sehr lange Zeit. Auf die Frage eines Gastes, was schwieriger zu schreiben, sei, ein Buch oder ein Theaterstück konnte Bruske direkt Vergleiche ziehen. So gäbe es bei Theaterstücken direktes Feedback aus dem Publikum, während es beim Schreiben eines Buches darum ginge, mit viel Zuversicht und Selbstvertrauen das zuvor entworfene Exposé durchzuziehen. Sie brauche stets diese Struktur beim Schreiben. Auf die Frage, warum sie so breitgefächert und vielfältig schriebe, betonte Bruske den Reiz „in verschiedenen Welten unterwegs zu sein“. Sie müsse immer anders recherchieren und träfe auf ein unterschiedliches Publikum. Gerade die Fanbase im Bereich der Science-Fiction sei spannend, doch blieben gerade hier auch ungebetene Kommentare über die sozialen Medien nicht aus. Hier gelte es, über der unschönen Kritik zu stehen.
Bruske gab im weiteren Verlauf des Gesprächs Einblicke in die Zusammenarbeit mit einem Verlag in Zusammenhang mit ihren Werken für die Reihe „Maddrax“. Hier gäbe es im Vorfeld ein Exposé, das bindend sei. Eigene Ideen dürften dennoch eingebracht werden. Am liebsten schreibt die Autorin im übrigen spätabends, wenn ihre Kinder bereits im Bett sind.
Im weiteren Verlauf des Gespräches stellten die Zuhörer schnell fest, dass die Brüder Grimm in den verschiedenen Formaten und Werken Bruskes immer wieder auftauchen. „Wie ein Ankerpunkt“, so Dallmann, „zu dem Bruske immer wieder zurückkehrt.“ Dies konnte die Autorin nur bejahen. Schließlich seien die Grimms immer wieder Thema in ihrem Leben gewesen, sei es im Studium oder während eines früheren Schüleraustausches.
Viele ungelöste Fragen rund um die Familie Grimm faszinierten sie während der Recherche zu ihren Werken, berichtete Bruske voller Leidenschaft. Auch sei es die Verschmelzung von Fiktion und Realität, Geschichte und Zukunft, die sie beim Schreiben antreibe – genauso wie die Vorliebe, historische Geschichten stets von einer anderen Seite zu betrachten.
Natürlich gab es auch etwas auf die Ohren. So durften alle Anwesenden Zeilen aus einer der Kurzgeschichten lauschen und sich von Tanja Bruske in die Welt der Mystik und den Spessart Wald entführen lassen. Tanja Bruske hatte eine Vielzahl der von ihr geschriebenen Werke mitgebracht und ausgelegt. Im Anschluss konnten in lockerer Atmosphäre weitere Fragen vertieft oder gar über die Abenteuer der sogenannten Spessarträuber philosophiert werden.






