Holzhacken sind seit 40 Jahren im Einsatz
Traditionell im Januar erklimmen Naturschützer den 465 Meter hohen Stacken bei Mernes. Viele von ihnen tragen dicke Arbeitshandschuhe und Astscheren, manche sehr große Gartensäcke. Und einige wenige sogar altertümlich anmutende Holzhacken, die seit mehr als 40 Jahren im Einsatz sind. Auf dem Berg angekommen ging es auch in diesem Jahr dem Ginster an den Kragen, um eines der letzten Wacholderheide-Vorkommen der Region vor der Verbuschung zu schützen.
„Hier oben ist wirklich Ruhe und eine ganz andere Atmosphäre. Ich fühle mich fast wie in einem anderen Land. Die Landschaft sieht doch aus wie in Italien“, meinte Michel, der das erste Mal beim Arbeitseinsatz der NABU-Gruppe Mernes/Jossatal mit dabei war. Recht hat er.
Auf der waldfreien, sandigen Bergkuppe ragen nur einzelne urwüchsige Wacholdergreise in den Himmel. Im Sommer stoben hier unzählige Blauflügelige Ödlandschrecken auf. Im Herbst erstrahlen die Flächen in den zarten Lila- und Rottönen der lichthungrigen Besenheide. Damit das so bleibt, entfernen die Vereinsmitglieder regelmäßig überwuchernde Pflanzen wie Ginster und Brombeeren. Auch die Kinder der Naturschutzjugend (NAJU) packen gern mit an, ziehen kleine Kiefernsämlinge aus dem Boden oder bauen Steinhaufen für die zahlreichen Eidechsen.
Das Wetter spielte ebenso mit. Der ungewöhnlich NABU-blaue Himmel, der strahlende Sonnenschein und die fantastische Aussicht sorgten für gute Laune. Anregende Gespräche taten ihr Übriges. Nach und nach füllten sich die Big Bags, nach und nach zeigte sich die volle Schönheit der Heidefläche.
Ausgesprochen gesellig wurde es dann im NABU-Mobil. Regelmäßig nutzen die Naturschützer den restaurierten Bauwagen auf dem Vereinsgelände in Mernes, um sich fachlich auszutauschen sowie die nächsten Aktionen zu planen – oder wie an jenem Nachmittag, um einfach gemütlich beieinanderzusitzen.



