Marion Betz-Berthold zeigt ihre Objektkunst
Marion Betz-Berthold war an die 40 Jahre im Hotelmanagement tätig. Ihrer künstlerischen Ader frönte sie in dieser Zeit in verschiedenen Workshops. In ihrer ersten eigenen Ausstellung in der Galerie am Bad Sodener Turnerweg zeigt sie nun bis zum 30. Mai ihre Objektkunst.
Sie nutzt Alltagsgegenstände und Wohlstandsmüll, um komplexe Sachverhalte in ihren Kunstwerken sichtbar zu machen und dazu eine eigene Formensprache entwickelt. So nutzt sie Skateboards dazu, um auf Fragen von Macht, Freiheit und Willkür einzugehen. Ein Skateboard mit amerikanischem Logo gab den Anstoß. Ein roter Faden ziehe sich durch das Geschehen, in dem sie den Stolz der Ukrainer zeigt: „Die wollten 1991 als erste die Freiheit von Russland haben“, erinnert sich Marion Betz-Berthold.
Glupschaugen, ein rosafarbener Mund mit lang ausgestreckter Zunge. Mit diesem Bild fragte sie sich: „Muss ich immer angepasst sein?“ Die eigene Ausstellung sei für sie ein mutiger Schritt gewesen. Sie wolle auch im Rentenalter über die eigene Komfortzone hinausgehen, gesteht sie. Im Berufsleben habe sie unter Dauerstrom gestanden und hätte den Schalter gern mal umgelegt: „Das mache ich jetzt!“
Sie zeigt das Hamsterrad des Höher, Schneller, Weiter, in dem es nie reicht. Viele seien überfordert. Jeder müsse auf sich selbst aufpassen, um nicht abzustürzen. Gleichzeitig seien die Menschen gläsern, zeigt ein Werk aus dem Jahr 2015. Der Sonnengesang des Franz von Assisi inspirierte Marion Betz-Berthold zu einer weiblichen Betonskulptur.
Karoline Münzel begleitete die Vernissage am Klavier. Dominka Macha vom Kunstverein Bad Soden-Salmünster lobte das breite künstlerische Schaffen in der Kurstadt.
