Das ist ein seltenes Bild: Die Wallrother Kirche besetzt mit einer bunt kostümierten Narrenschar. Anlass war ein karnevalistischer Gottesdienst, den die evangelische Kirchengemeinde und der Wallrother Carneval-Club „Die Wellblooe“ gemeinsam gestalteten.
Schon das Orgelvorspiel durch Organistin Karina Möller-Felkel war bemerkenswert: Es erklang die Faschingshymne, der Narrhalla-Marsch. Mit den Worten „Narrenzeit ist angesagt“ begrüßte Pfarrerin Christiane Unverzagt die bunte Narrenschar in der voll besetzten Wallrother Kirche. Noch etwas Besonderes: Die gesamte Liturgie trug die Pfarrerin in gereimten Worten vor. Dabei wirkten auch Aktive des Carneval-Clubs mit, insbesondere bei der Schriftlesung und der Fürbitte. Mit dabei auch das Führungs-Duo des Carneval-Clubs, Thomas Zinkhan und Sven Ullrich.
Auch die an das Lukas-Evangelium angelehnte Predigt trug Pfarrerin Unverzagt mit gereimten Worten vor. „Narrenzeit beginnt nun wieder, in der so gerne mal die Welt wird ziemlich auf den Kopf gestellt. So auch hier in dieser G’schicht, die alles andre ist als schlicht. Drum hört, ihr Leut’, ob groß ob klein: Jesus kommt ins Dorf hinein. Heilt und hilft, wo große Not, spricht von Liebe und von Gott.“ Zwei unterschiedliche Schwestern luden Jesus in ihr Haus ein. Während die eine ohne Unterlass arbeitet, setzt sich die andere zu Jesus und hört ihm zu. „Marta, die schuftet, schafft und tut, Maria, die sitzt, zuhört und ruht. Beide tragen wir in uns drin und beide haben ihren Sinn“, so die Pfarrerin.
Großen Anteil am närrischen Gelingen hatte Martin Schäfer mit mehreren karnevalistischen und teils selbst getexteten Liedbeiträgen, beispielsweise „In Wallroth, in Wallroth, schmeckt de Sekt besser wie Worscht aach ohne Brot“.
Auch trug Schäfer mit eigener Gitarren-Begleitung das Lied „Mein Wallroth“ vor, wo es heißt: „Irgendwo und vielen Menschen unbekannt, liegt ein kleines Dörfchen hier im Hessenland“. Ein Hörgenuss war der Song „Vater unser“, der einst von der Sängerin Hanne Haller stammt und den Martin Schäfer exzellent vortrug. FGW


