Pläne für die Renovierung der Synagoge schreiten weiter voran
Die geplante Renovierung der Synagoge und des Rabbinerhauses stand im Mittelpunkt, als sich die Freunde der Synagoge zur Mitgliederversammlung trafen. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans Konrad Neuroth bat zunächst um eine Schweigeminute für die Opfer der jüdischen Gemeinde in Australien. Dort hatte ein Terroranschlag auf das jüdische Lichterfest Chanukka am Bondi Beach in Sydney 15 Todesopfer gefordert. Anschließend brachte der Vorsitzende Dr. Peter Büttner die zahlreich erschienenen Mitglieder auf den neuesten Stand der Aktivitäten in Zusammenhang mit der geplanten Renovierung der Synagoge und des Rabbinerhauses. In regelmäßigen Abständen tagt ein fachkundiges Gremium, um alle Detailfragen zu besprechen, informierte Büttner. Eingebunden sind der Denkmalschutz auf Kreis- und Landesebene, die Stadt Schlüchtern, die Vertreter der Nassauischen Heimstätte sowie die für das Projekt tätigen Architekten. Ferner seien namhafte Restaurateure mit im Boot, mit deren Hilfe historisch bedeutsame Erkenntnisse wie die ursprüngliche Gestaltung des Fußbodens der Synagoge sowie die Gestaltung der Außenfassade des Rabbinerhauses zutage gefördert werden konnten. Vereinsvorsitzender Büttner erläuterte, man werde versuchen, die historischen Erkenntnisse möglichst weitgehend umzusetzen. Aber auch Fragen der behindertengerechten Gestaltung des Anwesens mussten in der Planung beantwortet werden. Büttner rechnet damit, dass im Laufe des zweiten Quartals 2026 ein endgültiger Bescheid über die Bezuschussung durch das Innenministerium des Bundes vorliegen wird. Dann könne man in die entscheidende Phase der Renovierung eintreten. Er dankte dem Vorstand und den Mitgliedern für die ehrenamtliche Tätigkeit in den vergangenen Jahren. Nach der Wahl des stellvertretenden Kassenwarts nahmen die Mitglieder die Kassenprüfung zur Kenntnis und entlasteten den Vorstand. Dann wurde der Beirat namentlich benannt. Bereits 2024 hatte die Mitgliederversammlung der Freunde der Synagoge in Schlüchtern entschieden einen Beirat zu bilden, der nahezu ausschließlich aus jüdischen Bürgern bestehen solle. Inzwischen, teilte der Verein mit, konnten folgende Personen, die allesamt einen überregionalen und teilweise weltweiten Ruf genießen, für die Sache der Synagoge in Schlüchtern gewonnen werden: Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des jüdischen Museums Frankfurt, Prof. Dr. Doron Kiesel, Direktor der jüdischen Akademie, Ruth Ur, Chefkuratorin des Holocaust Museum of Greece und designierte Direktorin des Exilmuseums Berlin, Manuel Herz, Architekt aus Basel, Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorstandsmitglied des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen, Lena Altmann, CEO der Landecker Stiftung. Eine erste gemeinsame Sitzung ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen; der genaue Termin steht noch nicht fest. Der stellvertretende Vorsitzende Hans Konrad Neuroth dankte zum Schluss für den unermüdlichen Einsatz des Vorsitzenden Peter Büttner und überreichte ein kleines Geschenk. Neuroth erinnerte daran, dass ohne diesen Einsatz des Vereins und ohne die Spenden von Privatleuten und einer Stiftung sowie den Zuschüssen von Land und Bund eine Renovierung der Synagoge nicht möglich sei. Er dankte zudem für die harmonische Zusammenarbeit mit der Nassauischen Heimstätte mit Marion Schmitz-Stadtfeld und Alexa von Wedel, der Stadt Schlüchtern, insbesondere den Herren Orth, Lotz und Rau, und für die wohlwollende Unterstützung des Bürgermeisters Matthias Möller (parteilos).
