Fraktionen gebildet und einen Gemeindevorstand gewählt
Wie funktioniert eigentlich Kommunalpolitik – und wer entscheidet, wofür eine Gemeinde Geld ausgibt? Diese Fragen konnten die Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs der Hans-Elm-Schule jetzt nicht nur stellen, sondern selbst erleben. Im Rahmen eines in Hessen erstmals durchgeführten kommunalpolitischen Rollenspiels brachte Bürgermeister Thomas Henfling den Jugendlichen die Abläufe politischer Entscheidungen unmittelbar näher.
Zu Beginn schlüpften die Schülerinnen und Schüler in verschiedene politische Rollen: Sie bildeten Fraktionen, wählten ihre Vertreterinnen und Vertreter und stellten schließlich sogar einen eigenen Gemeindevorstand auf. „Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Ernst und welchem Teamgeist die Jugendlichen an ihre Aufgaben herangegangen sind“, lobte Bürgermeister Henfling.
Unter der Leitung der gewählten „Bürgermeisterin“ simulierte die Klasse anschließend eine echte Haushaltssitzung. In diesem fiktiven Haushalt für das Jahr 2026 diskutierten die Fraktionen über Projekte wie Straßenbau, Modernisierung der Abwasserentsorgung, Neugestaltung des Kindergartens oder die Organisation eines Musikfestivals. Jede Gruppe stellte ihre Vorschläge vor, stritt um die Finanzierung und versuchte, andere Fraktionen von ihren Ideen zu überzeugen.
Die Diskussion verlief lebhaft und zugleich erstaunlich konstruktiv. Ein Schüler kommentierte nach der Sitzung: „Ich hätte nie gedacht, dass man für einen einfachen Beschluss so viel abwägen muss.“ Eine Mitschülerin ergänzte: „Jetzt verstehe ich besser, warum Politik manchmal so lange dauert – aber auch, warum Kompromisse wichtig sind.“
Am Ende stand ein Ergebnis, das selbst in der realen Kommunalpolitik selten vorkommt: Ein einstimmig beschlossener Haushalt, getragen von allen Fraktionen. Ingo van Ophuysen, Lehrer für Politik und Wirtschaft, zeigte sich begeistert: „Die Schülerinnen und Schüler haben unglaublich engagiert diskutiert, Verantwortung übernommen und am Ende gemeinsam Lösungen gefunden.“
Auch der Wunsch nach einer Fortsetzung wurde deutlich: Viele Jugendliche fragten bereits nach einer weiteren Runde des Rollenspiels. Für Bürgermeister Henfling ist das ein klarer Erfolg: „Wenn junge Menschen Spaß an Politik entwickeln und merken, dass ihre Stimme etwas bewirken kann, dann haben wir unser Ziel erreicht.“
Mit dem Projekt ist es eindrucksvoll gelungen, die oft komplexen Entscheidungswege in kommunalen Gremien anschaulich und verständlich zu machen – und Politik für Jugendliche greifbar zu gestalten.
