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„Hanneklasia, Du bist wunderschön“, tönte es aus dem Munde der Steinauer Bänkelsänger. „Du bist eine Stadt mit Herz und Stil, Du bist ein Gefühl“, fuhr der Chor fort. Damit sorgten die sechs Sänger gleich zu Beginn für tosenden Applaus der Besucher in der Katharinenkirche.
Zu einem außergewöhnlichen Heimatabend hatten die Katharinenmarktmeister der Stadt Steinau geladen, denn schließlich währt jene Tradition in diesem Jahr seit 50 Jahren. Viel mehr als das, feierte die Stadt an diesem Datum, dem 25. November, auch den Tag der Heiligen Katharina, der Schutzpatronin der Stadt.
Es gab also doppelten Grund, Gemeinsamkeit, Zusammenhalt und eine Stadt zu feiern.
Auf charmante und liebenswürdige Art führte Katharinenmarktobermeisterin Iris Schwab durch den Abend und der evangelische Pfarrer Gernot Fleischer freute sich in seiner Ansprache darüber, wie viele schöne Veranstaltungen in der Katharinenkirche stattfinden. Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt sei eine ganz besondere, betonte er. Es sei schön, selbst als Zugezogener, die Tradition der Katharinenmarktmeister mitverfolgen und auch fühlen zu können. Er selbst sei mit seiner Familie inSteinau angekommen. Fleischer machte an diesem Abend darauf aufmerksam, welch wichtige Rolle die Heilige Katharina als Schutzpatronin inne habe.
„Heimat – das sind die Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen“, betonte Iris Schwab in Anlehnung an die Werke des Dichters Hermann Hesse und begrüßte die Ehrenbürger der Stadt Steinau, Pfarrer i. R. Manfred Kopka, Horst Buß und Koni Merz.
Doch nicht nur waren die Mitbürger der Stadt Steinau an diesem Abend in der Katharinenkirche, sondern auch die Schlüchterner KalteMarkt-Präsidenten mit dem amtierenden Präsidenten Oliver Ohrmann – eine schöne Geste der Verbundenheit.
„Die Katharinenmarktmeister sind das Herz der Stadt Steinau. Sie sind die Seele, die alles zusammenhält“, so Bürgermeister Christian Zimmermann, der mit einem eigens aufgesetzten Glückwunschschreiben zu diesem einzigartigen Heimatabend und Jubiläum gratulierte. Pfarrer i.R. Manfred Kopka begeisterte mit einem umgedichteten Kirchenlied zu Ehren der Heiligen Katharina und sang selbst mit vollem Körpereinsatz und Freude „In Steinau leben ist famos!“.
Unter dem Motto „Wie alles oofing…“ durfte das Publikum in die Geschichte und somit in die 50-jährige Tradition der Katharinenmarktmeister eintauchen.
Die Idee hätten die Figuren im Rathaus, welche Handwerksberufe darstellen, geliefert – und eine Zeit voller Zusammenhalt begann. Das ud vieles mehr rund um die Historie des Katharinenmarktes erzählten Henrich Müller, Wilhelm Hohmann und Koni Merz in einem kurzweiligen Gespräch.
Beschwingt wurde es mit „La Paloma Blanca“, vorgetragen von den Bänkelsängern, während es nach der Pause, in der sich mit Marktmeisterbier gestärkt werden konnte, zauberhaft weiterging.
„Heute erwacht der Zauber von Steinau – heute fängt die Zukunft an“ – das konnte sicherlich auch Christoph Biegl, Marktmeister der Stadt Steinau, bestätigen. Er bekam an diesem Abend als besondere Überraschung sein eigenes Bild für die Galerie der Katharinenmarktmeister.
Mit etwas Showbiz-Feeling endete das buntgemischte Programm des Heimatabends. Viel Gelächter brach aus, als die „Steinauer Straßenstars“ (Josef Link, Stephanie Fink und die Steinauer Märchenkönigin Laura I.) knobelten, sich manch prekärer Frage stellten oder sich gar am Refrain des Katharinenmarktliedes versuchten, während am Ratetisch Philipp Merz (Katharinenmarktmeister 2018), Eva-Maria Müller (Katharinenmarktmeisterin 2013) und die amtierende Katharinenmarktmeisterin Steffi Herz saßen. Mittels zum Mikrofon umfunktionierter Grillzange entlockte Moderator Sebastian Buch in kurzen Filmen den Teilnehmern das ein oder andere Geheimnis, konnte es aber nicht durchsetzen, dass seine Kandidaten das „Schlüchterner Lied“ singen. Vielleicht auch, weil „Hanneklasia“ einfach zu wunderschön und bedeutsam – eben ein Gefühl – ist.