Neues Brutquartier für Turmfalken

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Die klassischen Turmbrüter Schleiereule und Turmfalke verzeichnen seit Jahren einen merklichen Bestandsrückgang im Main-Kinzig-Kreis. Während beispielsweise in den Nullerjahren fast in jeder Ortschaft im Altkreis Schlüchtern ein Schleiereulenpaar ansässig war, wurden in diesem Jahr nur zwei erfolgreiche Bruten des schönen Kulturfolgers im Altkreis registriert.
Eine der Rückgangursachen ist der Brutplatzmangel. Deshalb hat das Naturschutzteam „Pro Artenschutz MKK“ seine langjährigen Schutzbemühungen für diese nützlichen Mäusefresser intensiviert und die Installation weiterer Bruthilfen im Ostkreis initiiert.
Bereits im letzten Winter wurden in hohen alten Scheunen von Klesberg und Sarrod drei neue Schleiereulenbrutkästen eingebaut und bei Vollmerz eine marode Turmbrüternisthilfe instand gesetzt. Außerdem wurden die Brutmöglichkeiten für Schleiereule und Turmfalke in der Kirche von Kressenbach optimiert.
Nachdem bereits vor Wochen Turmfalkenbrutkästen bei Herolz und Weiperz an den Außenfassaden von exponierten Gebäuden montiert wurden, fand nun die Montage einer weiteren Brutkiste am Trafoturm von Elm statt, wofür erfreulicher Weise Osthessennetz spontan die Zustimmung erteilt hatte. Da die Brutkastenmontage hier mehr als zehn Meter über dem Erdboden vorgesehen war, konnte auf eine waghalsige Leiterklettertour verzichtet werden, denn Hannes Schlögel sorgte mit seinem Hubsteiger für bequeme Montageverhältnisse.
Fast alle bisherigen Brutplatzverbesserungen im Altkreis Schlüchtern wurden von Dr. Dirk Höpfner aus Schlüchtern organisiert, während das Naturschutzteam „Pro Artenschutz MKK“ die Finanzierung der Materialkosten sicherstellte. Die Herstellung der Bruthilfen erfolgte übrigens durch Don Bosco in Sannerz, wo benachteiligte Jugendliche ausgebildet werden – so dass auch der Sozialbereich von den ehrenamtlichen Naturschutzmaßnahmen profitierte.
Am Trafoturm dauerte die Montage durch die Aktivisten Eberhard Hummel und Dirk Höpfner dank der Hubsteigerunterstützung weniger als eine halbe Stunde. Da Turmfalken keine Nester bauen, sondern ihre Eier auf dem Boden ablegen, wurde abschließend der Nistkastenboden noch mit Feinkies versehen, damit die Eier beim Brutgeschäft nicht durch die Gegend rollen und vom Brutweibchen eine Nestmulde vor der Eiablage gedreht werden kann.
Werner Peter vom Naturschutzteam „Pro Artenschutz MKK“ dankte nicht nur den beiden Montageaktivisten vom Trafoturm von Elm, sondern allen bisherigen Helfern bei den bislang durchgeführten Brutplatzverbesserungen im Altkreis Schlüchtern. Namentlich sind dies: Erich und Klaus Müller, Jürgen Koch, Wolfgang Jahn und Dirk Oestreich.