Spatenstich für Fußgängerbrücke

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Ein Umgehungsgerinne für Amphibien, Aufstiegshilfen für Aale, Forellen und Krebse: Erst nachdem die Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, Gewässer ökologisch durchgängig zu machen, in die Planungen eingeflossen waren, war der Weg frei für eine neue Brücke über die Kinzig.
Vor sieben Jahren hatte ein Tornado die alte Fußgängerbrücke, die vom Feuerwehrstützpunkt zum Sportplatz führte, vollständig zerstört. Lange bemühten sich die Schlüchterner vergeblich um einen Neubau. 1 000 Menschen übten mit einer Unterschriftensammlung Druck aus. Denn die Brücke war nicht nur ein sicherer Weg zum Sportgelände für Schüler und Lehrer, sondern sie wurde auch von Menschen für die Einkäufe bei einem Discounter genutzt.
„Die barrierefreie Brücke ist 28 Meter lang und 2,25 Meter breit und ein Meilenstein für die innerstädtischen Wegeverbindungen“, berichtete Bernhard Köppler, Projektleiter „Aktive Kernbereiche“, beim Spatenstich. Zunächst sei eine Stahlbetonkonstruktion geplant gewesen, die sich wegen den Aufstiegshilfen für Fische nicht realisieren ließ. „Wir haben uns daher für eine Trogbrücke entschieden, die sich durch eine geringere Bauhöhe auszeichnet“, sagte der Planer.
Köppler ging davon aus, dass das Projekt im April abgeschlossen sei. Nach Ausschreibung und Vergabe würden in Februar und März die Auflager gefertigt, auf die die Brücke dann aufgelegt werde. Das Projekt werde durch das hessische Städtebauförderprogramm unterstützt.
Bürgermeister Matthias Möller hob hervor, dass sich für Kinder und Jugendliche die Verkehrsgefährdung deutlich reduziere. „Was das Bauwerk schließlich kosten wird, ist nicht das wichtigste, sondern heute ging es um den Startschuss für ein überfälliges Vorhaben.“ Der Rathauschef wies darauf hin, dass sich in der Innenstadt viel bewege, um die Stadt mit Leben zu füllen. So werde mit Fördermitteln des Kommunalinvestitionsprogramms der Bauhof modernisiert und die Anschaffung eines zweiten Seniorenbusses stehe ins Haus. Auch die zwölf Stadtteile würden dank des Dorfentwicklungsprogramms IKEK nicht vergessen.